Suche
Spenden
Menü

Appell an indische und pakistanische Staatschefs

Brief von IPPNW-Ko-PräsidentInnen

 

General Pervez Musharraf
Präsident Pakistans
Islamabad,
Pakistan

Verehrter Präsident Musharraf,

wir schreiben Ihnen im Namen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und um unsere tiefe Sorge über die eskalierende Krise zwischen Indien und Pakistan, die nunmehr zur Sammlung von Truppen und Ausrüstung auf beiden Seiten der Grenze geführt hat, auszudrücken. Wir unterstützen mit aller Kraft Ihre Bemühungen, einen Dialog mit dem indischen Premierminister Atal Behari Vajpayee zu initiieren. Wir unterstützen die Resolutionen der Vereinten Nationen gegen Terrorismus und das Prinzip, das Terroristen als Kriminelle zu behandeln seien und durch nationale und internationale Gerichte der Gerechtigkeit zugeführt werden müssen.

Nach den Atomtests von 1998 veröffentlichte die IPPNW eine wissenschaftliche Studie zu den medizinischen Folgen einer auf eine größere Stadt in Südasien abgeworfene Atombombe. Als Beispiel wurde in der Studie Bombay herangezogen, aber die Ergebnisse würden auf jede entsprechend große und dicht besiedelte Stadt in Pakistan oder Indien zutreffen. Die Studie finden Sie auf unserer Webseite: www.ippnw.org. Unsere Forschung fand heraus, dass eine 15-Kilotonnen-Bombe mehr als 850.000 Tote durch die Explosion, die Verbrennungen und die Strahlungsverletzungen innerhalb der ersten Wochen nach dem Angriff hervorrufen könnte. Viele hunderttausend Überlebende würden schreckliche Verletzungen davon tragen. Die Auswirkungen der Strahlung würden in andere Länder transportiert werden - einschließlich dem Land, das den Angriff gestartet hat.

Die Androhung des Raketeneinsatzes sowohl von Indien oder Pakistan ist besonders erschreckend, weil die Entfernungen zwischen den Startpunkten und den Zielen so kurz sind, dass keinerlei Zeit verbliebe zu überprüfen, ob eine ankommende Rakete einen Atomsprengkopf trägt. Das angegriffene Land könnte Atomraketen nur aufgrund der Warnung starten und damit weitere Vergeltungsschläge auslösen. Ein Atomkrieg in Südasien würde mit millionenfachem Tod enden.

Als Ärzte haben wir uns der öffentlichen Aufklärung darüber verschrieben, dass es im Falle eines Atomkrieges keine wirkliche medizinische Hilfe geben kann. Der einzig rationale Plan ist, einen Atomaustausch zu verhindern und so zügig wie möglich zu einer Abschaffung der Atomwaffen zu gelangen.

Wir drängen sowohl Indien als auch Pakistan zu der eindeutigen Erklärung, dass sie Atomwaffen unter keinen Umständen einsetzen werden. Um zu demonstrieren, dass es keine atomare Bedrohung gibt, müssen die Atomsprengköpfe getrennt von den Startrampen der Raketen aufbewahrt werden - und dieser Umstand muss für das andere Land evident sein. Der Einsatz von konventionell bestückten Raketen von beiden Seiten wäre extrem leichtsinnig.

IPPNW fordert von allen Atomwaffenstaaten, den NPT und den CTBT sowohl zu unterzeichnen als auch zu ratifizieren und zu der sofortigen völligen Abschaffung der Atomwaffen voran zu schreiten. Die gegenwärtige Krise in Südasien macht diese Schritte für Indien und Pakistan um so dringender.

Wir fordern die Vereinten Nationen auf, eine Notsitzung abzuhalten, die die Spannungen in Südasien behandelt und sich dafür einzusetzen, dort den Frieden wieder her zu stellen.

Wir beten für die Sicherheit und das Wohl der Menschen in Indien und Pakistan und für eine Lösung der Fragen, die die zwei Nationen trennen.


Hochachtungsvoll

Mary-Wynne Ashford, Co-Präsidentin Abraham Behar, Co-Präsident



Den Ehrenwerten Atal Behari Vajpayee
Premierminister
South Block,
Raisina Hill
New Delhi 110 011
India

wir schreiben Ihnen im Namen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und um unsere tiefe Sorge über die eskalierende Krise zwischen Indien und Pakistan, die nunmehr zur Sammlung von Truppen und Ausrüstung auf beiden Seiten der Grenze geführt hat, auszudrücken. Wir drängen Sie, sich mit Präsident Musharaff unverzüglich zu treffen, um Schritte zur Entspannung dieser sehr gefährlichen Situation zu unternehmen. Wir überbringen Ihnen und den Menschen in Indien unser Mitgefühl für den Verlust unschuldigen Lebens bei dem Angriff in Neu Delhi.

Wir glauben, das Terroristen als Kriminelle zu behandeln seien und durch nationale und internationale Gerichte der Gerechtigkeit zugeführt werden müssen. Unglücklicherweise gewährt ein Land, das eine militärische Antwort auf einen terroristischen Angriff gibt, einer Handvoll von Terroristen die enorme Macht, einen Krieg herbeizuführen. IPPNW hat sich seit langem mit den Spannungen zwischen Indien und Pakistan beschäftigt und wir haben zahlreiche Delegationen zu Ärzten und Entscheidungsträgern in beiden Ländern gesandt. Vielleicht erinnern Sie sich, das wir uns kurz nach Ihrer historischen Busreise über die Grenze nach Lahore getroffen haben. Damals schienen die Aussichten für eine friedliche Lösung des Kashmir-Konfliktes sehr gut zu sein. Wir teilen die Enttäuschung der indischen und pakistanischen Menschen über die Verschlechterung der Situation in den vergangenen Jahren.

Nach den Atomtests von 1998 veröffentlichte die IPPNW eine wissenschaftliche Studie zu den medizinischen Folgen einer auf eine größere Stadt in Südasien abgeworfene Atombombe. Als Beispiel wurde in der Studie Bombay herangezogen, aber die Ergebnisse würden auf jede entsprechend große und dicht besiedelte Stadt in Pakistan oder Indien zutreffen. Die Studie finden Sie auf unserer Webseite: www.ippnw.org. Unsere Forschung fand heraus, dass eine 15-Kilotonnen-Bombe mehr als 850.000 Tote durch die Explosion, die Verbrennungen und die Strahlungsverletzungen innerhalb der ersten Wochen nach dem Angriff hervorrufen könnte. Viele hunderttausend Überlebende würden schreckliche Verletzungen davon tragen. Die Auswirkungen der Strahlung würden in andere Länder transportiert werden - einschließlich dem Land, das den Angriff gestartet hat. Die Androhung des Raketeneinsatzes sowohl von Indien oder Pakistan ist besonders erschreckend, weil die Entfernungen zwischen den Startpunkten und den Zielen so kurz sind, dass keinerlei Zeit verbliebe zu überprüfen, ob eine ankommende Rakete einen Atomsprengkopf trägt. Das angegriffene Land könnte Atomraketen nur aufgrund der Warnung starten und damit weitere Vergeltungsschläge auslösen. Ein Atomkrieg in Südasien könnte mit millionenfachem Tod enden.

Als Ärzte haben wir uns der öffentlichen Aufklärung darüber verschrieben, dass es im Falle eines Atomkrieges keine wirkliche medizinische Hilfe geben kann. Der einzig rationale Plan ist, einen Atomaustausch zu verhindern und so zügig wie möglich zu einer Abschaffung der Atomwaffen zu gelangen. Wir drängen sowohl Indien als auch Pakistan zu der eindeutigen Erklärung, dass sie Atomwaffen unter keinen Umständen einsetzen werden. Um zu demonstrieren, dass es keine atomare Bedrohung gibt, müssen die Atomsprengköpfe getrennt von den Startrampen der Raketen aufbewahrt werden - und dieser Umstand muss für das andere Land evident sein. Der Einsatz von konventionell bestückten Raketen von beiden Seiten wäre extrem leichtsinnig.

IPPNW fordert von allen Atomwaffenstaaten, den NPT und den CTBT sowohl zu unterzeichnen als auch zu ratifizieren und zu der sofortigen völligen Abschaffung der Atomwaffen voran zu schreiten. Die gegenwärtige Krise in Südasien macht diese Schritte für Indien und Pakistan um so dringender. Wir fordern die Vereinten Nationen auf, eine Notsitzung abzuhalten, die die Spannungen in Südasien behandelt und sich dafür einzusetzen, dort den Frieden wieder her zu stellen.

Wir beten für die Sicherheit und das Wohl der Menschen in Indien und Pakistan und für eine Lösung der Fragen, die die zwei Nationen trennen.


Hochachtungsvoll

Mary-Wynne Ashford, Co-Präsidentin Abraham Behar, Co-Präsident

 

zurück

Ansprechpartnerin

Juliane Hauschulz

Juliane Hauschulz
Referentin für nukleare Abrüstung
Tel. 030-698074 - 23
Kontakt

Navigation