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Presse-Information der IPPNW Berlin, 9. Juli 2008

Uran: bioverfügbar, toxisch und radioaktiv

Zur Uran-Freisetzung in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin

09.07.2008 Zur Freisetzung uranhaltiger Flüssigkeit in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin am 8. Juli nimmt die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW wie folgt Stellung: Es ist davon auszugehen, dass die offenbar in mehrere Gewässer (u.a. in die Flüsse Rhône, Gaffière und Lauzon) freigesetzte radioaktive, uranhaltige Flüssigkeit leicht bioverfügbar ist.

Das bedeutet, dass das Uran und seine Zerfallsprodukte beispielsweise über die Trinkwassergewinnung, den Fischfang oder über die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in die Nahrungskette des Menschen gelangen und von diesem aufgenommen werden können. Uran wird im menschlichen Körper u.a. in der Niere und in der Leber eingelagert. Das Schwermetall stellt einerseits wegen seiner Toxizität eine Gefahr für die Gesundheit dar. Andererseits handelt es sich um einen Alpha-Strahler, der bei gleicher Energiedosis ein viel höheres zellschädigendes, d.h. krebsauslösendes Potenzial hat als beispielsweise ein Gammastrahler.

Hinsichtlich der freigesetzten Uranmengen und der Abschätzung der Gefahr muss man, wie beim Thema Atomenergie üblich, mit gezielten Falschinformationen rechnen. Die Gefahr für die Bevölkerung ist insofern nicht abschätzbar. Der Umstand aber, dass die Behörden die Wasserentnahme, das Baden und das Fischen in den betroffenen Gewässern verboten haben, zeigt, dass erhebliche Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung bestehen.

Der Uranunfall in der französischen Atomfabrik demonstriert erneut, dass entgegen der offiziellen Darstellung von Regierungen und Atomindustrie, in Atomanlagen kaum ein höheres Sicherheitsniveau herrscht als in anderen Industrieanlagen.

Gefährliche Schlampereien bei Arbeiten sind auch in deutschen Atomkraftwerken wie Biblis an der Tagesordnung. Die offizielle Auswertung „meldepflichtiger Ereignisse“ ergab, dass allein in den Jahren 2002 bis 2004 vielfach Arbeiten an sicherheitsrelevanten Komponenten fehlerhaft durchgeführt wurden.  

Kontakt: Henrik Paulitz, 0621-39 72 668 oder Tel. 0171-53 888 22 

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Juliane Hauschulz
Referentin für nukleare Abrüstung
Tel. 030-698074 - 23
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