IPPNW-Pressemitteilung vom 07. Juli 2023

Öffentliche Kundgebung und Aktionen gegen die Stationierung von Atomwaffen am Fliegerhorst Nörvenich

IPPNW und ICAN Deutschland Zukunftscamp 2023

07.07.2023 Bei einer öffentlichen Kundgebung am Fliegerhorst Nörvenich haben am Freitagmorgen Mitglieder der Friedensnobelpreisträgerorganisationen IPPNW und ICAN gegen die Stationierung der neuen B61-12 Atombomben in Deutschland und für einen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag demonstriert. Die Kundgebung ist Teil des IPPNW- und ICAN Zukunftscamps, das derzeit in Düren bei Köln stattfindet.

Auf einer gemeinsamen Kundgebung am Bundeswehrstützpunkt Nörvenich wiesen die Aktivist*innen vor Pressevertreter*innen auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen eines Atomwaffeneinsatzesatzes hin. Am Bundeswehrstützpunkt Nörvenich ist das taktische Luftwaffengeschwader 33 stationiert. Diese Einheit trainiert derzeit die Bundeswehr den Einsatz von Atombomben.

"Die Übung eines Angriffs mit Atomwaffen sowie die neuen Atombomben machen unsere Welt nicht sicherer", heißt es in einem gemeinsamen Statement der Campteilnehmer*innen. "Im Gegenteil: sie stellen ein enormes Risiko für Gesundheit und Leben aller Menschen auf diesem Planeten dar. Selbst wenn Atomwaffen nicht eingesetzt werden, binden sie gesellschaftliche und finanzielle Ressourcen, die anderswo dringend gebraucht werden. Allein durch die Produktion und Testung von Atomwaffen sind bereits tausende Menschen gestorben - und laufend gibt es neue Opfer."

„Der Einsatz einer Atombombe gegen eine Großstadt würde zu Hunderttausenden Toten und Verletzten führen. Kein Gesundheitssystem der Welt ist in der Lage, adäquate Hilfe zu leisten", so Daniel Becker von der IPPNW. "Wo medizinische Versorgung kaum möglich ist, braucht es Prävention. Daher fordern wir eine Abschaffung aller Atomwaffen."

„Die enormen Risiken der Atomwaffen lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Sie müssen abgeschafft werden. Der beste Weg dafür ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag", erklärt ICAN-Vorstandsmitglied Johannes Oehler. „Der Vertrag ist der große Erfolg einer aktiven globalen Zivilgesellschaft. Bereits 68 Staaten weltweit haben diesen ratifiziert." Die Aktivist*innen erinnerten zudem daran, dass der Atomwaffenverbotsvertrag heute sein sechstes Jubiläum feiert.

Seit den frühen Morgenstunden blockierten zudem 10 Aktivist*innen über fünf Stunden lang ein Einfahrtstor zum Fliegerhorst Nörvenich. Angesichts der aktuellen nuklearen Aufrüstungspläne der Bundesregierung wollen sie ein Zeichen gegen weitere Militarisierung setzen, um so öffentliches Bewusstsein zu schaffen und ein deutliches Zeichen gegen die Übungsflüge mit Massenvernichtungswaffen zu setzen.

Weitere Informationen:
Das Statement in voller Länge lesen Sie hier: news.ippnw.de/commonFiles/Pressestatement_zu_Beginn_des_Briefings_07.Juli.pdf

Aktuelle Fotos aus dem Camp, von der Mahnwache und den Aktionen finden Sie hier: www.flickr.com/photos/ippnw/albums/with/72177720309601606


Kontakt:
Frederic Jage-Bowler (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IPPNW), Tel. 030 69 80 74 15, Email: jagebowler@ippnw.de

Aicha Kheinette (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ICAN) Tel. 030 54 90 83 40, Email: aicha@ican.berlin

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Ansprechpartner*innen

Xanthe Hall. Foto: IPPNW

Xanthe Hall
Abrüstungsreferentin, IPPNW-Geschäftsstellenleiterin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Kontakt

Juliane Hauschulz

Juliane Hauschulz
Projektmitarbeiterin "To Survive is to Resist", Atomwaffen und nukleare Abrüstung
Tel. 030-698074 - 12
Kontakt

Lars Pohlmeier. Foto: IPPNW

Dr. med. Lars Pohlmeier
IPPNW-Vorsitzender
Kontakt

Materialien

IPPNW / Atomwaffen A-Z Factsheet
Der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen
Format DIN A4, 2 Seiten

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Atomwaffenverbot – wie geht es weiter?
Die erste Staatenkonferenz in Wien, Sep 2022

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