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IPPNW Presseinfo vom 7. Oktober 2005

Kritik an Friedensnobelpreis für IAEO

IPPNW würdigt ausdrücklich El-Baradei

Berlin- Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis 1985, kritisieren die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Atomenergiebehörde IAEO. „Eine Behörde, deren Ziel es ist, den Ausbau der Atomenergie weltweit zu beschleunigen und auszuweiten, trägt nicht zu einer friedlichen und gesunden Welt bei. Im Gegenteil. Hinter der friedlichen Nutzung der Atomenergie verbirgt sich immer die Möglichkeit zum Bau der Atombombe, wie das Beispiel Iran, Indien oder Pakistan zeigen.” sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW. „Ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Risiken der Atomenergienutzung.”

Zwar begrüßt die IPPNW das persönliche Engagement des IAEO-Chefs El-Baradei gegen die Invasion des Iraks und gegen einen möglichen militärischen Angriff auf den Iran. „El-Baradei hat außerdem immer wieder international auf die Dringlichkeit des Atomwaffenproblems hingewiesen”, sagt Ute Watermann. Aber seine Bemühungen im Kampf gegen die Ausbreitung von Atomwaffen wird durch die Verbreitung der Technologien zur sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie konterkariert. Durch die Ausbreitung der Atomenergie sind jetzt schon 44 Länder prinzipiell in der Lage, eine Atombombe zu bauen, darunter auch Deutschland, Japan, Belgien und Kanada. Die IAEO möchte zwar verhindern, dass noch mehr Länder dazukommen, aber gleichzeitig zementiert sie die bisherige diskriminierende Situation.

Die IPPNW ist ebenso wie das Friedensnobelpreiskomitee der Meinung, dass „die Bedrohung durch Atomwaffen wieder zunimmt”. Der einzige Weg dieser Bedrohung zu entgehen, ist eine vollständige Abrüstung der schon existierenden Atomwaffen mittels einer Atomwaffenkonvention und die entgültige Aufgabe der friedlichen Nutzung der Atomenergie bzw. die Förderung erneuerbarer Energien.

Die IPPNW kritisiert außerdem die Rolle der IAEO bei den Untersuchungen zu den Langzeitfolgen von Tschernobyl. Trotzdem die eigenen Wissenschafter der IAEO in ihrer im September 2005 veröffentlichten Studie eine sehr kritische Bestandsaufnahme der Tschernobylfolgen vorgenommen haben und großangelegte Studien forderten, um überhaupt zu Ergebnissen zu kommen, hat die IAEO nach außen die Auffassung vertreten, dass maximal 4000 Menschen an den Folgen von Tschernobyl gestorben seien und es bis auf die Schilddrüsenerkrankten keine weiteren gesundheitlichen Konsequenzen gegeben hätte. Für den Ausbau der Atomenergie und die Verharmlosung der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl hat die IAEO die Studie ihrer eigenen Wissenschaftler.

Weitere Informationen Dr. med. Ute Watermann oder Xanthe Hall

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Tel.: 030-698074-0, Handy: O179 - 45 11 2 11 Fax: 030-6938166, E-Mail: ippnw@ippnw.de; Internetseite: www.ippnw.de

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