Berlin- Die US-amerikanischen Atombomben "Little Boy" und "Fat Man" töteten am 6. und 9. August 1945 in Hiroshima und Nagasaki knapp 200.000 Menschen. Diesen Opfern gilt das Andenken. Ebenso denjenigen, die als Überlebende von den vielfältigsten gesundheitlichen Schädigungen gezeichnet sind.
Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen. Dafür setzen sich die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges mit allen Kräften ein. Nach wie vor bedeutet die versammelte Sprengkraft der existierenden Atomwaffen den vielfachen Overkill der Welt. Für die Friedensbewegung bleibt deshalb die endgültige Abschaffung der Atomwaffen ein Kernbereich aller Kriegsverhinderung.
Der kalte Krieg scheint vorbei. Doch noch immer herrscht der Geist, der die Massenvernichtungswaffen geschaffen hat und dieser Welt die Logik der gesicherten gegenseitigen Vernichtung aufzwang. Der Blick richtet sich besonders auf die einzig verbliebene Supermacht USA, deren Sicherheitspolitik von dem Streben nach Ausbau einer allumfassenden Vorherrschaft geprägt ist. Trotz aller Deklamation einer qualitativen Modernisierung ihrer Militärpolitik bei gleichzeitiger Rüstungsbeschränkungen bleiben die Massenvernichtungsmittel nicht nur erhalten, sie werden vielmehr modernisiert.
Eine US-Politik, die internationale Verträge und Entspannungspolitik nach der Nützlichkeit für
us-amerikanisches Fortkommen beurteilt, droht gerade das zu erzeugen, was der Rüstung als Rechtfertigung dient: eine vielfältige internationale Instabilität.
Den Opfern von Hiroshima und Nagasaki konnten Ärzte und Ärztinnen kaum helfen, sie selbst und die Gesundheitsstrukturen waren von der Katastrophe wie alles andere in Mitleidenschaft gezogen worden. Für die IPPNW ist das ein historisches Exempel, das die Erkenntnis fördert: Vorbeugen ist besser als Heilen.
Die beständige Förderung friedenspolitischer Prävention ist deswegen eine Forderung der IPPNW an die Politik. Auch an jene, die keine unmittelbare Verfügungsgewalt über Massenvernichtungswaffen hat. Die Notwendigkeit einer Entwicklung internationaler Sicherheit auf der Grundlage von Interessensausgleich, Transparenz und Vertrauen fordert auch von der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik, das Instrumentarium zu schärfen, das Kriegen vorbeugt und den friedenssichernden Gebrauch der Mittel der Politik auszubauen.
zurück