Aus Anlass des fünften Jahrestags des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV) am 22. Januar 2026 macht die IPPNW auf die Dringlichkeit nuklearer Abrüstung aufmerksam.
„2026 wird ein entscheidendes Jahr für die Zukunft der nuklearen Rüstungskontrolle. Am 5. Februar läuft mit dem New-START-Vertrag der letzte große Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland aus. Damit droht ein nuklearer Rüstungswettlauf", warnt Dr. Lars Pohlmeier, Vorsitzender der IPPNW.
"Bereits jetzt modernisieren alle Atomwaffenstaaten ihre Arsenale. Russland droht im Ukrainekrieg immer wieder mit Atomwaffen, erst kürzlich wurde eine atomar bestückbare Trägerrakete vom Typ Oreshnik auf die Ukraine abgeschossen. Gleichzeitig sollen in der Bundesrepublik in diesem Jahr konventionelle US-Mittelstreckenwaffen stationiert werden, die auch russische Nuklearziele treffen könnten und dadurch das Risiko einer nuklearen Eskalation weiter steigern. Wenn wir nicht in ein ungebremstes nukleares Wettrüsten geraten wollen – mit potenziell verheerenden Folgen für unsere Welt –, braucht es jetzt klare politische Signale für Abrüstung und Rüstungskontrolle auf allen Ebenen“, erklärt Pohlmeier.
Im Mai kommt die internationale Staatengemeinschaft zur Überprüfungskonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrags zusammen, der seit Jahren unter Druck steht. Viele atomwaffenfreie Staaten prangern an, dass die Atomwaffenstaaten ihrer im Vertrag festgeschriebenen Verpflichtung zur nuklearen Abrüstung nicht nachkommen. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, diesen wichtigen internationalen Vertrag zu stützen und schädlichen Debatten um europäische oder sogar deutsche Atomwaffen eine Absage zu erteilen.
Zusätzlich sollte die Bundesregierung an der ersten Überprüfungskonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags Anfang Dezember teilnehmen. Fünf Jahre nach seinem Inkrafttreten wird der AVV mittlerweile von 99 Staaten unterstützt.
"Eine Mehrheit der Staatengemeinschaft macht deutlich, dass Atomwaffen alle Staaten und Menschen dieser Welt gefährden. Deutschland steht abseits. Dabei bekräftigen die Vertragsstaaten ihr Bekenntnis zur Nichtverbreitung und zum nuklearen Tabu. Das sollte Deutschland unterstützen, mit den Vertragsstaaten im Dialog bleiben und Schritte zum deutschen Beitritt einleiten", so Pohlmeier.
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