IPPNW-Pressemitteilung vom 02. November 2022

Uran-Geschäfte mit russischem Staatskonzern Rosatom beenden!

G7-Außenministerkonferenz: Atomkrieg verhüten - Urangeschäfte beenden!

Mit Blick auf das Treffen der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem US-Kollegen Antony Blinken und fünf weiteren Außenminister*innen der anderen G7-Staaten am 03. und 04. November 2022 fordert die Friedensnobelpreisträger-Organisation IPPNW eine Wende zum Frieden im Ukrainekrieg. Verhandlungslösungen müssten bei dem Treffen in der Friedensstadt Münster oberste Priorität haben. Dafür sei eine Abkehr von der nuklearen Abschreckung und der Verzicht auf einen Ersteinsatz von Atomwaffen seitens der USA und Russland notwendig. Gleichzeitig müssten die Urangeschäfte mit Russland beendet werden, um die Atomwaffenproduktion in Russland, aber auch die Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine zu schmälern.

Der russische Staatskonzern Rosatom garantiert der Regierung Putin sichere Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine und die russische Atomwaffenproduktion. 90.000 von insgesamt 275.000 Beschäftigten Rosatoms arbeiten in der Atomwaffenproduktion. Die Abhängigkeit Europas von Rosatom ist immens. Auch die beiden G7-Länder Kanada und die USA sind auf den russischen Konzern angewiesen. Damit erzielt Rosatom enorme Einnahmen für den russischen Staat. Die AKW-Betreiber in der EU haben im Jahr 2021 rund 210 Millionen Euro für die Einfuhr von Natur-Uran aus Russland und weitere 245 Millionen Euro für Uranimporte aus Kasachstan gezahlt, wo der Abbau des Rohstoffs von Rosatom kontrolliert wird.

„Spätestens jetzt, nachdem Russland das AKW Saporischschja annektiert hat, sollten konkrete Maßnahmen und Schritte zur nuklearen Rüstungskontrolle und zur Abrüstung mit zivilen Maßnahmen zusammengedacht werden - denn die zivile Nutzung der Atomenergie finanziert die militärische quer“, betont Dr. med. Angelika Claußen, Vorsitzende der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Dabei müssten konkrete Schritte und Maßnahmen allen voran von den USA eingeleitet werden, um wirksam zu sein.

Die USA besitzen zusammen mit Russland mehr als 90 Prozent aller Atomwaffen weltweit. Ein Vorstoß der westlichen Atomwaffenstaaten USA, Großbritannien und Frankreich kann der Verzicht auf den Ersteinsatz mit Atomwaffen sein. Dies muss gleichermaßen von Russland verlangt werden. Ein Vorschlag, den die Atommacht China bereits unterbreitet hat.

„Um Russlands Atomwaffenproduktion und die Abhängigkeit Europas in Bezug auf die zivile Atomenergienutzung zu mindern, müssen zudem die Urangeschäfte mit Russland beendet werden. Dabei ist es wichtig nicht nur die bloße Abhängigkeit im nuklearen Brennstoffzyklus zu beenden. Weiter Uran aus anderen Quellen zu beziehen wäre falsch. Das Ganze muss stattdessen mit konkreten Schritten für die Energiewende einhergehen; mit beschleunigten Energieeinsparung und dem Ausbau von Erneuerbaren Energien“, so Claußen abschließend.


Weitere Informationen:
https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/IPPNW-Information_Zivil-militaerische-Nutzung_2019.pdf
https://www.umweltbundesamt.at/energie/kernenergie/hintergrundpapier-rosatom 
https://www.spglobal.com/commodityinsights/en/products-services/electric-power/gas-and-power


Kontakt:
Lara-Marie Krauße (IPPNW), Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030 698 074 15, E-Mail: krausse[at]ippnw.de 

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Ansprechpartner*innen

Xanthe Hall. Foto: IPPNW

Xanthe Hall
Abrüstungsreferentin, IPPNW-Geschäftsstellenleiterin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
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Lars Pohlmeier. Foto: IPPNW

Dr. med. Lars Pohlmeier
Vorsitzender
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Hiroshima-Tag 2022: Ein Meilenstein für die nukleare Abrüstung. Infoblatt zur Wiener Staatenkonferenz
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