02.10.2026 Die medizinische Friedensorganisation IPPNW verurteilt die nukleare Drohung Russlands gegen Europa scharf. In einem Schreiben an die NATO als Reaktion auf eine Militärübung zur Isolation der russischen Enklave Kaliningrad, warnte Russland, die Enklave mit allen militärischen Mitteln zu verteidigen - auch unter Einsatz von Atomwaffen. Zudem wird angedroht, direkt wichtige Entscheidungszentren der NATO-Staaten anzugreifen. In Anbetracht der angespannten Lage fordert die IPPNW die Absage der noch für diesen Monat geplanten NATO-Atomwaffenübung „Steadfast Noon". Weitere Übungen könnten die Lage zusätzlich verschärfen und zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen führen.
„Jeder Einsatz von Atomwaffen wäre eine Katastrophe, humanitäre Hilfe und die medizinische Versorgung der Opfer wäre unmöglich. Kein Gesundheitssystem der Welt könnte die Folgen tragen. Die Drohung mit einem solchen Szenario ist inakzeptabel und spielt mit dem Leben von Millionen von Menschen", kritisiert Lars Pohlmeier, Vorsitzender der IPPNW Deutschland.
Mit dem Schreiben droht die russische Führung erstmals seit dem Kalten Krieg direkt mit Atomschlägen in Europa. Die IPPNW zeigt sich besorgt, dass dieser Schritt das ohnehin bereits große Risiko eines Atomkrieges weiter erhöht. Die Organisation appelliert an die russische Regierung, die No-First-Use Doktrin zu reaktivieren, die die Sowjetunion während des Kalten Krieges hatte. Das wäre ein wichtiges Zeichen der Deeskalation.
„Atomwaffen und mittlerweile auch ihr Einsatz werden immer weiter normalisiert. Risikoreduktion und Rüstungskontrolle werden immer dringender, damit die derzeitige nukleare Eskalationsspirale nicht in die Katastrophe führt", so Pohlmeier weiter.
Gegen das Steadfast Noon-Manöver sind bereits Proteste geplant: Eine Protestmahnwache am 10. Oktober 2026 in Büchel sowie eine Demonstration am 17. Oktober 2026 in Nörvenich.
Weitere Informationen hierzu finden sich unter: www.atomwaffenfrei.de/protest-gegen-steadfast-noon-2026-jetzt-unterstuetzen/
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