04.08.2026 Anlässlich der Jahrestage des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki durch die USA am 6. und 9. August 1945 fordert die medizinische Friedensorganisation IPPNW die Bundesregierung auf, als Beobachterin an der nächsten Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrages Ende des Jahres in New York teilzunehmen und einen Beitritt zu diesem Abkommen vorzubereiten. Mit dem Königreich Tonga im Südpazifik haben seit Anfang Juli 2026 100 Staaten das Abkommen unterzeichnet.
Erst kürzlich warnte eine internationale Gruppe von Nobelpreisträgern – darunter die IPPNW - vor neuen nuklearen Risiken im Zeitalter der sich rasant entwickelnden KI-Technologie und forderte rasches Handeln, um die vollständige Abschaffung von Atomwaffen zu erreichen. In einer künftigen nuklearen Krise könne die Geschwindigkeit der künstlichen Intelligenz kaum noch Raum für menschliches Urteilsvermögen oder Entscheidungsfindung lassen. Das Potential der KI, destabilisierende Cyberangriffe zu ermöglichen oder Desinformationen zu verbreiten, erhöhe zudem die Wahrscheinlichkeit für einen Atomkrieg.
“Ein Blick in die Geschichte zeigt die Folgen der Atomwaffeneinsätze und der Atomwaffentests: Die Menschen leiden an Krankheiten und den Umweltfolgen, teilweise bereits seit Generationen. Die heutigen Atomwaffen sind im Schnitt wesentlich größer als diejenigen, die über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Die Gefahr eines Atomkrieges hat sich erhöht und künstliche Intelligenz verstärkt und verschärft dieses Risiko noch”, erklärt Dr. Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der IPPNW.
Die von der Bundesregierung geforderte Beteiligung an der französischen nuklearen Abschreckung ist unverantwortlich. Die Bundesregierung signalisiert damit der Welt, dass Atomwaffen unverzichtbar für die eigene Sicherheit seien. Die Fixierung auf nukleare Teilhabe und die neue deutsch-französische Kooperation blockiert den politischen Willen für ernsthafte, weltweite Abrüstungsschritte.
„Das steigert das globale Risiko der Verbreitung von Atomwaffen und ignoriert die Mehrheit der Staatengemeinschaft, die mit ihrer Unterstützung des Atomwaffenverbotsvertrags deutlich macht, dass es eine Alternative gibt. Gerade Deutschland sollte sich dem anschließen und sich für Rüstungskontrolle und Abrüstung stark machen, um einer nachhaltigen Sicherheitsarchitektur in Europa den Weg zu bereiten“, so Angelika Claußen abschließend.
Sie finden die Rom-Erklärung zu künstlicher Intelligenz und Atomwaffen anlässlich eines Treffens der Nobelpreisträger, führender Wissenschaftler*innen und Politikexpert*innen in Castel Gandolfo unter globalnobelassembly.org/rome-declaration
Die neue IPPNW-Broschüre: "Überleben bedeutet Widerstand leisten. Die Folgen der Atomwaffentest - Die Stimmen der Betroffenen" thematisiert die Folgen der weltweiten Atomwaffentests. Übersichtsartikel zu den einzelnen Atomwaffenstaaten stellen die Auswirkungen in den jeweiligen Testgebieten sowie den lokalen Widerstand dar. Sie können die Broschüre hier herunterladen.
Expert*innen der IPPNW stehen für Interviews oder Gastbeiträge gern zur Verfügung.
Pressekontakt und Interviewanfragen (nicht zur Veröffentlichung):
Angelika Wilmen, Friedensreferentin der IPPNW, Tel. 030 / 69807413, wilmen[at]ippnw.de
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