Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) kritisiert die im November 2025 veröffentlichte Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ der EKD als friedenspolitisch enttäuschend. Die Autor*innen verengen den Diskurs auf sicherheitslogische Prinzipien statt für die gegenwärtigen, multiplen Krisen weltweit Lösungen im Sinne einer Friedenslogik aufzuzeigen. Der friedenslogische Blick ist für uns als medizinisches Fachpersonal grundlegend. Friedenslogik legt den Fokus auf das Leid, das Menschen einander durch Krieg und die Zerstörung der Lebensgrundlagen zufügen. Friedenslogik stellt die Wege, unsere Lebensgrundlagen, unsere Welt und die Menschheit zu bewahren, in den Mittelpunkt.
Besonders stört sich die Friedensorganisation daran, dass die Denkschrift den Besitz von Atomwaffen, die Abschreckungslogik und die nukleare Teilhabe zu rechtfertigen versucht. Die Denkschrift ignoriere die völkerrechtlichen Probleme, die katastrophalen Folgen selbst eines einzigen Atombombeneinsatzes und die Vernichtungsgefahr für die gesamte Menschheit im Falle eines Atomkriegs. Die IPPNW ermutigt die Evangelische Kirche, sich dafür einzusetzen, dass die Obergrenzen des am 5. Februar auslaufenden New START-Vertrags zur Begrenzung strategischer Atomwaffen durch Russland und die USA weiterhin eingehalten werden, dass die Bundesrepublik dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt und den Abzug der in Deutschland gelagerten US-amerikanischen Atomwaffen einleitet.
"Massenvernichtungswaffen im Namen der Kirche?" Stellungnahme der IPPNW
epd-Meldung
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