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IPPNW-Pressemitteilung vom 27.06.2016

Ein Verbot von Atomwaffen ist überfällig

IPPNW-Protestwoche in Büchel

27.06.2016 Zwanzig Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende haben drei Tore des Atomwaffenlagers in Büchel von 6-8 Uhr blockiert und den reibungslosen Ablauf des Betriebes gestört. Damit machten sie auf das Unrecht aufmerksam, das aufgrund der Existenz von Atomwaffen tagtäglich begangen wird. Bereits Anfang Mai haben sich mehrere internationale medizinische Organisationen - darunter der Weltärztebund und die IPPNW - anlässlich der Sitzung einer UN-Sonderarbeitsgruppe in Genf für ein Verbot und die Eliminierung dieser Massenvernichtungswaffen ausgesprochen.

Atomwaffen seien die destruktivsten und unmenschlichsten Waffen, die der Mensch je geschaffen habe. Sie hätten das Potential, auf einen Schlag das Leben von Millionen von Menschen zu zerstören, das Weltklima nachhaltig zu verändern und der Gesundheit zukünftiger Generationen zu schaden.

Bereits Ende 2014 hatte die österreichische Regierung andere Staaten dazu eingeladen, gemeinsam mit ihr an einer Schließung der „Rechtslücke“ im internationalen Völkerrecht zu arbeiten und neben Bio- und Chemiewaffen auch Atomwaffen zu verbieten. Bisher sind dieser Einladung 127 Staaten gefolgt. Auf der Sitzung der UN-Sonderarbeitsgruppe im Mai rief eine Gruppe von neun Staaten dazu auf, bereits im kommenden Jahr mit den Verhandlungen zu einem völkerrechtlichen Verbotsvertrag zu beginnen. Ein von allen atomwaffenfreien Staaten der Welt unterzeichneter Verbotsvertrag würde diese unmenschlichen Waffen völkerrechtlich delegitimieren und den Weg zu ihrer vollständigen Abschaffung vorzeichnen. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Mehrheit bereit ist, gegen den Willen der Atomwaffenstaaten Verhandlungen über ein Verbot aufzunehmen.

Deutschland hat sich in Genf jedoch deutlich gegen ein Verbot von Atomwaffen ausgesprochen. und übernimmt die Position der Atomwaffenstaaten, dass Atomwaffen für die Sicherheit in Europa weiterhin benötigt würden. Die deutsche IPPNW fordert die Bundesregierung auf, ihre Blockadehaltung bei den derzeitigen Verhandlungen auf UN-Ebene über einen Verbotsvertrag von Atomwaffen aufzugeben.

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW gestaltet in der Woche vom 26. Juni bis 2. Juli 2016 Protestaktionen, um für einen Abzug der US-Atomwaffen, Abrüstung und ein Verbot von Atomwaffen zu demonstrieren. Atomwaffen können unsere Sicherheit nicht erhöhen, sondern nur deren Eliminierung bzw. ein Verbot.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Mobil 0162-2057943, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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