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2. Juli 2025

Abschreckung durch Atombomben?

Diskussionsveranstaltung

In einer hochkarätig besetzten Veranstaltung diskutierten am 2. Juli der Kommandeur des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 Oberst Samuel Mbassa aus Büchel mit Dr. Angelika Claußen (IPPNW) und Gerold König (Pax Christi) über ethische Fragen der nuklearen Abschreckung auf Einladung der FriedensGruppe Düren. In seinem Grußwort bezeichnete der Dürener Bürgermeister Frank Peter Ullrich die katastrophalen Folgen eines Atomkriegs und überhaupt die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen als eine der größten moralischen und ethischen Herausforderungen unserer Zeit.

Die Frage, ob Angst ein guter Ratgeber sei, wird von den Podiumsteilnehmer*innen unterschiedlich beantwortet. Die Präsidentin von IPPNW Europa, Dr. Angelika Claußen, beantwortet die Frage aus ihrer Sicht als Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie eindeutig mit "Ja". Angesichts der Bedrohung durch Atomwaffen empfiehlt sie die Akzeptanz der "Realangst", um eine Lähmung angesichts des vorhandenen Atomwaffenarsenals zu verhindern. Trotzdem zeigt sie am Beispiel eines Abwurfes von Atombomben über einer Großstadt wie Berlin die Unmöglichkeit auf, der betroffenen Bevölkerung eine angemessene ärztliche Betreuung zukommen zu lassen; von den mehreren Zehntausend Toten einmal ganz abgesehen.

Der Kommodore der Tornado-Bomberstaffel Samuel Mbassa und der Bundesvorsitzende der katholischen Friedensbewegung Pax Christi Gerold König antworteten beide auf die Frage mit einem "Nein". Aus Sicht von Oberst Mbassa würde Angst zur Lähmung, zu Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit führen. Angst müsse angenommen und im Sinne einer Gestaltungsfähigkeit überwunden werden. Laut Oberst Mbassa wäre im Falle des Einsatzes von Atomwaffen durch Russland ein kühler Kopf zu bewahren und nicht automatisch ein atomarer Gegenschlag auszulösen. Es gäbe verschiedene Optionen einer Reaktion auf eine solche Aggression. Die Art und Weise einer geeigneten Antwort würde situationsbedingt entschieden werden.

Gerold König begründete aus Sicht von Pax Christi sein "Nein". Angst würde lähmen und einseitig machen, statt offen über mögliche Alternativen zu den insgesamt vorhandenen 12.000 Atomsprengköpfen der nuklear bewaffneten Staaten nachzudenken. Nicht nur der Besitz, sondern schon alleine die Tolerierung von Atomwaffen sei für Christen ein Verstoß gegen das Gebot zum Schutz der Schöpfung. Jede Waffe, deren Einsatz in der Lage ist, Schöpfung, Leben und Umwelt unwiederbringlich zu zerstören, müsse vernichtet und geächtet werden.

Die Stadt Düren ist durch Ratsbeschluss vom 3. Juli 2019 Mitglied des ICAN-Städteappells, in welchem das Verbot von Atomwaffen gefordert wird. In diesem Sinne beteiligt sich die FriedensGruppeDüren am 11. Oktober 2025 an den Protesten anlässlich des zu diesem Zeitpunkt unter Beteiligung der Luftwaffe stattfindenden Atomkriegsmanövers Steadfast Noon und ruft die Bevölkerung zur Teilnahme an der Demonstration am Standort der deutschen Atombomber in Nörvenich auf.

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Juliane Hauschulz
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