Berlin- Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) rufen die Bevölkerung auf, sich am kommenden Sonntag an der bundesweiten Demonstration im badischen Philippsburg gegen den bevorstehenden Atomtransport in die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague zu beteiligen.
Die Bundesregierung und die Atomwirtschaft werden aufgefordert, die risikoreichen Atomtransporte in die Wiederaufarbeitungsanlagen nicht wieder aufzunehmen und die Plutoniumwirtschaft endlich zu beenden. Der sogenannte "Castor-Transport" wird ab kommenden Mittwoch, den 18. Oktober, erwartet. Die IPPNW unterstützt die Initiative X1000malquer in ihrem Bemühen, den Atommülltransport zu verhindern. Nähere Informationen: www.castoralarm.de
Die atomkritische Ärzteorganisation weist darauf hin, dass die rot-grüne Bundesregierung zu Beginn ihrer Amtszeit die Wiederaufarbeitung deutscher Kernbrennstäbe sofort beenden wollte. Nach massivem Widerstand aus der Atomwirtschaft wurde dieser aber im sogenannten "Atomkonsens" zugesichert, noch mindestens fünf Jahre deutschen Atommüll in die Wiederaufarbeitung transportieren zu dürfen, die Verarbeitung in den Anlagen soll noch wesentlich länger möglich sein.
Die Wiederaufarbeitung kann das Atommüllproblem nicht lösen, erhöht durch die Abspaltung von Plutonium die Proliferationsgefahr und produziert jede Menge radioaktive Emissionen. In einem 35-Kilometer-Radius um die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ist das Risiko, an Leukämie zu erkranken, deutlich erhöht. Der Verzehr von Fischen, die in den radioaktiv kontaminierten Gewässern vor La Hague gefangen wurden, hat ein etwa dreifach erhöhtes Blutkrebsrisiko zur Folge, wie die renommierte Medizinzeitschrift British Medical 1997 berichtete.
Bereits die Atommülltransporte in die Wiederaufarbeitungsanlagen und in die atomaren Zwischenlager bergen gesundheitliche Risiken. Falltests mit Atomtransportbehältern werden kaum durchgeführt, man stützt sich weitgehend auf Computersimulationen. Real durchgeführte Falltest Anfang 1998 haben die Behälter nicht schadlos überstanden.
Die IPPNW erinnert an den verunglückten Bahntransport mit deutschem Atommüll auf dem französischen Grenzbahnhof Apach in Lothringen am 4. Februar 1997. Atomtransportunfälle mit Freisetzung von Radioaktivität sind aus den USA bekannt.
Hinweis: Die bundesweite Auftaktdemonstration findet statt am Sonntag, den 15. Oktober um 12 Uhr auf dem Marktplatz in Philippsburg (zwischen Mannheim und Karlsruhe).
Weitere Informationen:
Für Rückfragen: Henrik Paulitz 06221-75 88 77 oder 0171/ 53 888 22
Weitere Informationen:
www.atomhaftpflicht.de www.siemens-boykott.de
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