Siemens-Boykott - alle können mitmachen!

Kein Handy von Siemens

Die Siemens-Beteiligungsgesellschaft Framatome ANP ist der weltweit führende Anbieter von Atomkraftwerkstechnik. Der Atomkonzern sorgt mit seinen Geschäften für den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und baut neue Atomkraftwerke. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW und andere Organisationen fordern Siemens auf, aus dem gefährlichen Atomgeschäft auszusteigen. Sie empfehlen den Verbraucherinnen und Verbrauchern, so lange keine Siemens-Produkte zu kaufen, bis Siemens zugunsten seiner umweltfreundlichen Energietechniken aus der Atomenergie aussteigt.

Ein Verbraucherboykott wirkt zum einen durch selektive Umsatzeinbußen in einzelnen Unternehmensbereichen. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher mit der Atompolitik von Siemens nicht einverstanden sind, können sie gezielt auf den Kauf von Siemens-Produkten verzichten und dadurch Umsatzeinbußen herbeiführen.

Kaufen Sie daher zum Beispiel kein Handy, keinen Computer, kein Hausgerät von Siemens und keine Glühbirne von der Siemens-Tocher Osram, bis Siemens aus seinem Atomgeschäft aussteigt.

Ärztinnen und Ärzte der IPPNW
rufen auch gezielt dazu auf, keine Medizingeräte von Siemens zu kaufen. Denn: Die Atomenergie bedroht Leben und Gesundheit der Bevölkerung.

Weder die IPPNW noch Siemens können tatsächlich einschätzen, welche Umsatzverluste Siemens aufgrund des Boykotts bislang schon hinnehmen musste. Klar ist, dass in Zeiten, in denen die Zukunft jedes Siemens-Unternehmensbereiches schon von geringen Umsatzschwankungen abhängt, auch geringe Umsatzeinbußen die gewünschte politische Wirkung entfalten können.

Ein Verbraucherboykott wirkt zum einen durch solche Umsatzeinbußen, zum anderen nicht unwesentlich durch die entstehenden Image-Probleme für das betroffene Unternehmen. Großkonzerne sind heute wie selten zuvor abhängig von einem positiven Image. Das Etikett "Atomkonzern" ist wenig hilfreich fürs Geschäft.

Die jahrelange intensive Presse- und Lobbyarbeit der Siemens-Boykott-Kampagne dürfte das ihre dazu beigetragen haben, dass Atomgeschäfte von Siemens verzögert wurden oder überhaupt nicht zustande kam.

Im Herbst 1997 wurde der damalige Vorstandsvorsitzende von Siemens, Dr. Heinrich von Pierer, im "Spiegel" mit der Bemerkung zitiert, das Atomgeschäft mache nur 2% des Umsatzes bei Siemens aus, sorge aber für 90% des Ärgers.

Wie die "tageszeitung (taz)" berichtete, erklärte von Pierer im Sommer 1998 vor Arbeitnehmervertretern, der Konzern werde nicht mehr in Geschäftsbereiche investieren, für die die gesellschaftliche Akzeptanz verlorengegangen sei.

Die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit der IPPNW führte 1999 zu einem Bundestagsbeschluss gegen die Unterstützung von Siemens bei der Fertigstellung von zwei Atomkraftwerksblöcken in der Ukraine (K2R4).

Die Zusammenarbeit der IPPNW mit türkischen Atomenergiegegnern und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit trugen dazu bei, dass die türkische Regierung im Jahr 2000 das Vorhaben aufgab, ein Atomkraftwerk bei Siemens in Auftrag zu geben. Siemens wollte an der türkischen Südküste, dem erdbebengefährdeten Standort Akkuyu, ein Atomkraftwerk errichten.

Die IPPNW-Kampagne "Hanau selber kaufen" gegen das Vorhaben von Siemens, die Hanauer Plutoniumfabrik 2003 nach China verkaufen zu wollen, half 2003/04 mit, das Geschäft platzen zu lassen.

Nach Protesten von Öffentlichkeit, Medien und Politik zog die Siemens AG im Jahr 2003 den bei der Bundesregierung gestellten Antrag auf Bewilligung einer Hermes-Bürgschaft für den Bau ihres Europäischen Druckwasser-Reaktors in Finnland zurück.

Seit Anfang 2001 versteckt Siemens sein Atomgeschäft hinter dem Firmennamen "Framatome". Siemens steht nicht mehr offensiv zur Atomenergie. Obwohl die Siemens-Beteiligungsgesellschaft Framatome der weltweit führende Anbieter von Atomkraftwerkstechnik ist, ist auf der Website von Siemens von der "guten alten Kernenergie" nichts mehr zu lesen.

Im Rahmen der Siemens-Boykott-Kampagne führt die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW seit mehreren Jahren einen kritischen Dialog mit der Siemens-Führung. Gesprächspartner auf Seiten der Siemens AG war zu Beginn der seinerzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hermann Franz und später der Vorstandsvorsitzende und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Heinrich von Pierer sowie der Leiter der Zentralstelle Wirtschaftspolitik, Dr. Bernd Stecher.Die Siemens-Führung beantwortete die Schreiben der IPPNW in der Regel mit grundsätzlichen Ausführungen, in denen das Festhalten des Konzerns am Atomgeschäft begründet wurde.

 

 

Die Macht der Verbraucher wird in Deutschland immer noch gewaltig unterschätzt. Die einzige Sprache, welche Konzernmanager verstehen, ist die Sprache des Geldes. Wenn Sie auf Produkte des Siemens-Konzerns verzichteten, können Sie zusammen mit vielen anderen Verbrauchern eine Menge verändern. Besser noch ist es, wenn die Konzernmanager auch erfahren, warum Sie auf Siemens-Produkte verzichten. Sie können eine kurze Mitteilung schreiben an: 

Siemens AG
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Herrn Dr. jur. Heinrich von Pierer
Wittelsbacherplatz 2
80333 München

Fax 089-636-52000
Email: heinrich.pierer@siemens.com


Sie können beispielsweise folgende kurze Mitteilung an den Siemens-Konzern schicken:

"Die Atomenergietechnik finde ich nicht mehr verantwortbar. Ich werde deshalb so lange keine Produkte von Siemens mehr kaufen, bis Ihr Konzern zugunsten seiner bereits vorhandenen umweltfreundlichen Energietechniken aus der Atomenergie aussteigt."

 

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