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Pressemitteilung vom 25. Mai 2020

Heute (Montag, 25.5.2020) wieder Protest gegen Uranmüllexporte

25.05.2020 Heute (Montag, 25.5.2020) wird mit einer Mahnwache vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW) gegen Uranmüllexport von Gronau nach Russland demonstriert. Die Mahnwache beginnt um 8 Uhr und findet auf der Eisenbahnbrücke vor der Anlage statt (Max-Planck-Straße). Veranstalter ist der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, der im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) organisiert ist. 

Der AKU Gronau befürchtet, dass heute Vormittag wieder ein Sonderzug mit Uranmüll von Gronau über Münster Richtung Amsterdam (Hafen) starten könnte. Entsprechende Transporte erfolgten in der jüngeren Vergangenheit wiederholt alle drei bis vier Wochen an Montagen. So verließ auch am 4. Mai 2020 unter Protest um 11.13 Uhr ein Sonderzug mit Uranmüll mit vermutlich 600 Tonnen abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) die Urananreicherungsanlage Gronau. Erstes Fahrtziel war der Hafen von Amsterdam, von wo der Uranmüll per Schiff nach Russland transportiert wurde.

„Bei einem Transportunfall mit Uranhexafluorid-Freisetzungen müsste die Bevölkerung weiträumig evakuiert werden. Das ist unter normalen Umständen kaum machbar. In Corona-Zeiten müsste solch eine Katastrophe unbedingt verhindert werden. Letztlich ist die sofortige Stilllegung der Gronauer Uranfabrik unser Ziel“ betont Udo Buchholz, Gronauer Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Die Route der Uranmüllzüge, die häufiger fahren, führt von Gronau über Burgsteinfurt, Münster, Drensteinfurt, Hamm, den Kreis Unna, das Ruhrgebiet, Duisburg, Viersen, Mönchengladbach, Venlo und viele niederländische Orte bis zum Hafen Amsterdam. Nach der Verschiffung nach St. Petersburg geht es per Bahn weiter zum Zielort Novouralsk bei Ekaterinburg. Dort wird der Uranmüll, ebenso wie in Gronau, unter freiem Himmel für unbestimmte Zeit gelagert.

Gegen den Uranmüllexport von Gronau nach Russland wurde bereits vielfach in Gronau und Münster, sowie in anderen Orten an der Strecke, protestiert. Anfang April hatte sich die Stadt Münster beim Urenco-Konzern gegen die Urantransporte durch Münster ausgesprochen.

Hauptziel des AKU Gronau, des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, des BBU und anderer Organisationen ist die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage. Noch bis Ende Mai kann im Internet eine Petition gegen Urananreicherung, Atomwaffen und Uranmüllexporte unterschrieben werden:
www.ostermarsch-gronau.de

Hintergründe:

Die Urananreicherungsanlage in Gronau wird vom Urenco-Konzern betrieben. Sie gehört zu je einem Drittel dem niederländischen und britischen Staat – das deutsche Drittel teilen sich RWE und EON zu gleichen Teilen. Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung üben die fachliche und politische Atomaufsicht über die Urananreicherung in Gronau aus. Beide Regierungen lehnen eine Stilllegung der Urananreicherungsanlage im Rahmen des deutschen Atomausstiegs bislang ab. Dagegen gab es in den letzten Jahren immer wieder Proteste von Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden. Im Januar hatten die russischen Umweltorganisationen Greenpeace und Ecodefense im Bundesumweltministerium 70 000 Unterschriften aus Russland gegen die Uranmüllexporte überreicht.

Weitere Informationen zum Themenkomplex Urenco und
Urananreicherungsanlagen:


www.bbu-online.de

 
www.sofa-ms.de
 
urantransport.de
 
www.enschedevoorvrede.nl
 
www.facebook.com/AKU.Schuettorf

www.ippnw.de


www.laka.org


www.wise-uranium.org

close-capenhurst.org.uk

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