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Ein dringender Kongress

Der 25. Weltkongress der IPPNW soll im Herbst 2028 in Berlin stattfinden. Nachdem auf der diesjährigen Mitgliederversammlung die Planungen bereits Thema waren, hat der Vorstand Ende August den Beschluss zur Ausrichtung des Kongresses gefasst. Für uns als deutsche Sektion ist dies eine besondere Gelegenheit, die internationale IPPNW-Bewegung willkommen zu heißen und unsere zentralen Anliegen in die öffentliche und politische Debatte in Deutschland und Europa einzubringen.

Die aktuellen Entwicklungen machen einen solchen Kongress dringlicher denn je: Geopolitische Spannungen, eskalierende Aufrüstung, bewaffnete Konflikte und Angriffe auf Gesundheitssysteme treffen auf die Klimakrise und eine Verschärfung der atomaren Bedrohung. Gleichzeitig werden internationale Regeln und Institutionen geschwächt. Als Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsfachkräfte wollen wir diesen Entwicklungen eine wissenschaftlich fundierte Perspektive entgegensetzen und deutlich machen, dass Frieden, Abrüstung und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Gesundheit als Perspektive auf Frieden und Sicherheit


Der Kongress soll die Kernkompetenzen und langjährige Expertise der IPPNW mit aktuellen globalen Herausforderungen verbinden. Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die atomare Abrüstung. Wir wollen die gesundheitlichen und humanitären Folgen eines Einsatzes von Atomwaffen sichtbar machen und die wissenschaftlichen Argumente gegen das Narrativ stärken, atomare Abschreckung könne dauerhaft Sicherheit gewährleisten. Gerade angesichts der wachsenden Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes soll der Kongress die besondere Rolle der IPPNW als medizinische Stimme für eine atomwaffenfreie Welt hervorheben.
Ein weiterer Fokus liegt auf den gesundheitlichen Folgen von Militarisierung, Krieg und Gewalt sowie auf medizinischer Friedensarbeit. Dazu gehören der Schutz von Gesundheitssystemen und die Frage, welchen Beitrag Gesundheitsfachkräfte zur Gewaltprävention und Friedensförderung leisten können. Zudem wollen wir gesundheitliche und völkerrechtliche Perspektiven stärker miteinander verknüpfen.

Auch die Verbindung von Frieden, Klimagerechtigkeit und Gesundheit könnte einen eigenen Platz im Programm erhalten. Klimakrise, Umweltzerstörung, Konflikte und Militarisierung verstärken sich gegenseitig und haben erhebliche Auswirkungen auf die globale Gesundheit. Der Kongress soll diese Zusammenhänge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und regionalen Perspektiven beleuchten.

Intergenerationeller Austausch und gemeinsames Handeln

Ein besonderes Anliegen ist es uns, junge Menschen nicht nur als Teilnehmende, sondern als aktive Mitgestalterinnen und Mitgestalter des Kongresses einzubeziehen. Medizin- und Gesundheitsstudierende, junge Gesundheitsfachkräfte und andere junge Aktivistinnen und Aktivisten sollen eigene Perspektiven und Strategien einbringen und an der Programmgestaltung beteiligt sein. 

Gleichzeitig soll der Kongress Raum für wissenschaftlichen Austausch, berufliche Vernetzung und den Erfahrungstransfer zwischen verschiedenen Generationen bieten. Neben Podiumsdiskussionen und wissenschaftlichen Beiträgen sind interaktive und praxisorientierte Formate vorgesehen. Workshops und Trainings sollen konkrete Fähigkeiten vermitteln – etwa in Advocacy, Kampagnenarbeit, Kommunikation und Konfliktbearbeitung. Ziel ist, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kongress nicht nur mit neuen Erkenntnissen, sondern auch mit praktischen Werkzeugen, neuen Kontakten und konkreten Ideen für ihre Arbeit vor Ort verlassen.

Globaler Knotenpunkt

Der Weltkongress soll mehr sein als eine internationale Tagung: Er soll ein Knotenpunkt für die globale IPPNW-Bewegung sein, an dem wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Arbeit und Bewegungspraxis zusammenkommen. Perspektiven aus dem Globalen Süden und aus unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffenen Regionen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.

Laura Wunder ist Referentin der IPPNW für Klimagerechtigkeit und Global Health.

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Ansprechpartnerin



Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 698074 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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