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Aktion

E-Mail an Landesumweltminister Christian Meyer

Lehnen Sie die geplante Produktionserweiterung ab!

Sehr geehrter Herr Umweltminister Christian Meyer,

als Ärzt*innen und Angehörige des Gesundheitswesens liegt uns der Schutz der Bevölkerung vor vermeidbaren Gefahren besonders am Herzen. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens sind 2024 fast 11.000 Einwendungen gegen den beantragten Um- und Ausbau der Brennelemente-Fabrik Lingen bei Ihnen eingegangen, darunter auch die von der IPPNW formulierten Einsprüche und Argumente. Darin äußerten viele Einwender*innen starke Bedenken gegen das Vorhaben und die Beteiligung des russischen Staatskonzerns Rosatom. Nunmehr wurde Ihnen als Umweltminister meines Bundeslandes Niedersachsen die Entscheidung aus Berlin zurücküberwiesen mit der Empfehlung, dem Antrag zuzustimmen. Daran sind Sie nicht gebunden!

Mit diesem Schreiben möchte ich Ihre bereits mehrfach öffentlich geäußerte Position gegen die beantragte Produktionserweiterung der Brennelementefabrik in Lingen unterstützen und Sie darin bestärken, den Antrag abzulehnen.

Als Mitglieder und Freund*innen der Internationalen Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), die für ihre Bemühungen um eine friedliche Welt ohne nukleare Gefahren mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, alarmieren mich die Pläne zur Produktionserweiterung, insbesondere die Mitwirkung des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom. Rosatom ist sowohl an Kriegsverbrechen in der Ukraine beteiligt als auch für die Atomwaffen zuständig, mit denen das russische Regime regelmäßig und unverhohlen droht. Es kann deshalb nicht im Interesse der niedersächsischen Bevölkerung liegen, dass sich in Lingen die Nuklearkonzerne der beiden konkurrierenden Atommächte Frankreich und Russland zum Zweck der Brennelementeproduktion zusammenfinden.

Als Mediziner*innen wissen wir: Strahlendosen in der Größenordnung von wenigen Millisievert erhöhen bereits das Risiko für Krebserkrankungen, selbst wenn die offiziellen Dosisgrenzwerte eingehalten werden. Die beantragte Produktionssteigerung würde die nuklearen Risiken am Standort Lingen sowie entlang der Transportwege für die An- und Auslieferung radioaktiver Materialien erheblich erhöhen. Hinzu kommen die Risiken terroristischer Angriffe, Spionage und Sabotageakte, denen die Bevölkerung unseres Bundeslandes ausgesetzt sind. Im Falle einer Produktionserweiterung – insbesondere unter Beteiligung von Rosatom – würden sich diese Risiken noch intensivieren. Als Bewohner*in Niedersachsens und als engagiertes Mitglied unserer Gesellschaft bitte ich Sie, den Antrag auf Produktionserweiterung des ANF-Werks abzulehnen. Beschreiten Sie stattdessen den Weg der Vervollständigung des Atomausstiegs zugunsten der dringend notwendigen Energiewende.

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Ansprechpartner

Patrick Schukalla
Patrick Schukalla
Referent Atomausstieg, Energiewende und Klima
Email: schukalla[at]ippnw.de

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Redebeitrag von Patrick Schukalla (IPPNW)


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