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IPPNW
IPPNW-Presseinfo vom 5.9.2005

Vertrag zwischen IAEO und WHO aufheben!

IPPNW fordert unabhängige Forschung

Anlässlich der Konferenz des "Tschernobyl-Forums" vom 6.-7. September 2005 in Wien über die Folgen des Reaktor-Gaus für Umwelt und Gesundheit fordert die IPPNW, den Vertrag zwischen WHO und IAEO vom 28. Mai 1959 unverzüglich aufzuheben. Darin wird den Atomprogrammförderern und Physikern der IAEO, die Kontrolle über die Forschungsprogramme, -ergebnisse und -publikationen der Ärzte der WHO über die gesundheitlichen Folgen der zivilen Nutzung der Atomenergie und deren Unfälle vertraglich zugesichert. „Die Weltöffentlichkeit wird nicht etwa vor den Gefahren und Risiken der Atomenergie geschützt, sondern vor der Wahrheit über diese Risiken! Die WHO ist durch einen Knebelvertrag gebunden. Wissenschaftlichkeit in der WHO gibt es nur in sehr engen jeweils von der Internationalen Atomenergiebehörde festgelegten Grenzen!”, kritisiert die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen und fordert eine unabhängige Forschung zu den Tschernobylfolgen.

Die Untersuchungen zum Internationalen Tschernobyl-Projekt der IAEA dauerten von Januar 1990 bis Ende Februar 1991. Allein im Jahr 1990 lag laut Prof. Edmund Lengfelder vom Otto-Hug-Strahleninstitut die Zahl der Neuerkrankungen für Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Belarus mehr als das 30-fache über dem 10-Jahres-Mittelwert vor Tschernobyl. Im Bericht der IAEA heißt es dagegen: „...berichtete negative Gesundheitseffekte, die in Verbindung mit der Strahlung stehen, wurden nicht erhärtet - weder durch ordentlich durchgeführte lokale Studien noch durch die Studien dieses Projektes.... Die Kinder, die untersucht wurden, waren völlig gesund.... Die Daten enthalten seit dem Unfall keinen deutlichen Anstieg von Leukämie oder Schilddrüsentumoren... ”.Wie durch spätere unabhängige Forschungen und Recherchen der BBC nachgewiesen werden konnte, hatte die IAEO 1991 bereits alle wichtigen Fakten einschließlich des Nachweises für den zigfachen Anstieg des Schilddrüsenkrebses bei Kindern in den Händen.

Neun Jahre später, am 13. Juni 2000, hieß es in einer IAEO-Pressemeldung: „Es gibt keinen Hinweis auf eine größere Auswirkung für die Gesundheit der Bevölkerung, die man 14 Jahre nach dem Unfall der Strahlenbelastung zuordnen könnte, abgesehen von einem hohen Anteil an (behandelbaren, nicht tödlichen) Schilddrüsenkrebsfällen bei Kindern.... Es gibt keinen wissenschaftlichen Hinweis auf Anstiege der Inzidenz oder Mortalität an Krebs allgemein oder an nicht bösartigen Gesundheitsstörungen, die mit der Strahlenbelastung in Beziehung gebracht werden können." Diese Aussage des wissenschaftlichen UNO-Komitees ist nachweislich falsch. Sie leugnet z.B. den massiven Anstieg an Schilddrüsenkrebsfällen bei Erwachsenen und die Anstiege bei den anderen Krebsarten.

In der Pressemeldung zur aktuellen Konferenz gibt die IAEO jetzt 4.000 Todesfälle infolge des Tschernobylunfalls an, das beinhalte 50 Reaktorarbeiter,9 Kinder mit Tod durch Schilddrüsenkrebs und geschätzte 3.940 Tote infolge strahleninduzierter Krebserkrankungen und Leukämien. Die WHO spricht bis heute auf ihrer Homepage noch von „nur“ 30 Todesopfern. Wie lange müssen wir noch warten, bis die Wahrheit endlich ans Licht kommt?

Nähere Informationen bei: Dr. med. Angelika Claußen, Tel: 0521-132877

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