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IPPNW-Presseinformation vom 8.3.2013

"Wir werden Euch nicht helfen können!"

Anti-Atom-Proteste zum 2. Fukushima-Jahrestag

Radioaktive Belastung der Erwachsenen bei einem atomaren Unfall am AKW Gundremmingen, Grafik: IPPNW
08.03.2013

Anlässlich des zweiten Jahrestages der atomaren Katastrophe von Fukushima demonstrieren Atomkraftgegner in Grohnde, Gundremmingen, Gronau und Neckar-Westheim am morgigen Samstag für eine Abschaltung alle Atomanlagen. IPPNW-Ärzte und –Ärztinnen werden Dekontaminationszelte an den Standorten Bad Salzuflen, Hildesheim und Hannover aufbauen und den Ernstfall proben. In Schutzanzügen mit Mundschutz und Handschuhen dekontaminieren die Mediziner Freiwillige im Zelt an mehreren Stationen symbolisch, verteilen Jodtabletten und klären über die Folgen einer Atomkatastrophe auf.

„Mit unseren Aktionen wollen wir demonstrieren, dass der Katastrophenschutz in Deutschland völlig unzureichend ist. Wir Ärzte werden Euch im Falle eines atomaren Gaus genau so wenig wie die Katastrophenschutzbehörden helfen können“, erklärt IPPNW-Vorstandsmitglied Reinhold Thiel. „Die Pläne der Innenminister im Falle eines Atomunfalls mit Freisetzung radioaktiver Spaltprodukte sind völlig veraltet und zu kleinräumig ausgelegt,“ so der Arzt.

Das Beispiel Fukushima zeigt, dass durch Unfälle mit radioaktiver Freisetzung wesentlich mehr Menschen und viel größere Regionen schneller und anhaltender radioaktiv belastet werden können als bisher angenommen. Die Planungen und Kapazitäten des Katastrophenschutzes in Deutschland sind dafür nicht ausgelegt. Eine effektive und verantwortbare Katastrophenschutzvorsorge im Falle eines atomaren Super-GAUs ist im dicht besiedelten Deutschland unmöglich.

Die Ärzteorganisation IPPNW hat die Innenminister in einem Offenen Brief im Dezember letzten Jahres aufgrund der Unmöglichkeit einer verantwortlichen Katastrophenschutzvorsorge zur umgehenden Abschaltung aller Atomkraftwerke aufgefordert. Das Bayrische Innenministerium verweist in seiner Antwort vom 4. März 2013 auf eine „Arbeitsgruppe Fukushima“, die seit Herbst 2011 mit der Auswertung der Ereignisse in Fukushima und der Analyse der in Deutschland für einen atomaren Unfall vorhandenen Planungen beschäftigt ist. „Und was tun die verantwortlichen Behörden und Politiker? Sie tagen und beraten und tagen“, kommentiert Reinhold Thiel.

Ein IPPNW-Hintergrundpapier zum Thema Katastrophenschutz finden Sie unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/20121130_Hintergrundpapier_Katatrophenschutz.pdf

IPPNW-Pressesprecherin Angelika Wilmen wird am Samstag, 9. März beim Dekontaminationszelt in Hildesheim (ab etwa 11 Uhr) Ansprechpartnerin für die Presse sein und steht für Interviewanfragen zur Verfügung, Mobil: 0162/2057943.

Dr. med. Angelika Claußen ist Ansprechpartnerin für das Kontaminationszelt in Bad Salzuflen, Mobil: 0172/5882786

IPPNW-Studierende Svea Kleiner ist Kontaktperson für das Kontaminationszelt in Hannover. Mobil: 0162/1746999

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen[at]ippnw.de

Foto: Radioaktive Belastung der Erwachsenen bei einem atomaren Unfall am AKW Gundremmingen, Grafik: IPPNW

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