Pressemitteilung der Kampagne "Macht. Frieden"

Kriegsrhetorik im Syrienkonflikt stoppen – Deeskalation jetzt!

Kampagne „MACHT FRIEDEN.“ warnt vor direkter Konfrontation der Großmächte und ruft zu Protestaktionen auf

13.04.2018 Angesichts der drohenden direkten Konfrontation der beiden Großmächte USA und Russland auf syrischem Boden schließt sich die Kampagne "MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien" dem dringenden Ruf nach Deeskalation von UN-Generalsekretär António Guterres an. „Schon die Androhung von Gewalt verstößt laut Artikel 2 Ziffer 4 der Charta der Vereinten Nationen gegen das Völkerrecht. Erst recht ihre Anwendung“, erklärt Berthold Keunecke, Co-Sprecher der Kampagne.

„Deutschland darf sich den Planungen eines Militärschlags von Seiten der USA, Großbritanniens und Frankreichs nicht anschließen und diese auch politisch nicht unterstützen. Bündnissolidarität muss auch ihre Grenzen kennen.“ Bundesaußenminister Maas hatte am gestrigen Donnerstag angedeutet, dass Deutschland einen eventuellen Militärschlag seiner Partnerländer zumindest politisch mittragen würde.

Die derzeitige Eskalationsspirale wurde ausgelöst durch den zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärten mutmaßlichen Einsatz von Giftgas in Syrien am vergangenen Samstag sowie durch die Androhung eines militärischen Vergeltungsschlags durch die USA. Statt gegenseitiger Drohungen und vorschneller Schuldzuweisungen fordert die Kampagne in dieser gefährlichen Situation Besonnenheit sowie eine Rhetorik der Abrüstung. Von Seiten der deutschen Öffentlichkeit muss in diesen Tagen ein lautes, deutliches und geeintes Signal des Friedens ausgehen. In diesem Sinne fordert die Kampagne die deutsche Politik, Presse und Friedensbewegung dazu auf, im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Deeskalation und rhetorische wie auch tatsächliche Abrüstung zu werben. Dies kann und sollte durch diplomatische Initiativen, besonnene Berichterstattung und auch durch öffentlichen Protest geschehen.

"Jetzt ist die Stunde der Diplomatie, nicht der rauchenden Colts. Statt Öl ins Kriegsfeuer zu gießen müssen alle Seiten endlich miteinander reden, um das Feuer auszutreten," so Ulrich Wohland, Co-Sprecher der Kampagne. Co-Sprecherin Susanne Grabenhorst ergänzt: "Wem es wirklich um Menschenrechte und Völkerrecht geht, der muss sich für Waffenstillstände, Verhandlungen und für die selbstbestimmte Rückkehr Syriens zum Frieden einsetzen. Militärische Vergeltungsschläge bringen keinen Frieden, sondern schüren nur noch mehr Gewalt.“

Die Kampagne ruft die deutsche Friedensbewegung und alle Bürger*innen dazu auf, sich mit Mails, Briefen und Anrufen an Bundestag und Bundesregierung zu wenden und zu fordern, dass sich Deutschland entschieden gegen einen Militärschlag in Syrien und gegen die diesbezüglichen Planungen seiner Partnerländer ausspricht.

Kontaktdaten der Bundestagsabgeordneten: www.bundestag.de/abgeordnete.
Kontaktformular der Bundeskanzlerin: www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Service/Kontakt/kontakt_node.html

Kontaktdaten des Auswärtigen Amtes: www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundesministerien/AuswaertigesAmt/_node.html

Viele Bundestagsabgeordnete, die Bundesregierung, das Auswärtige Amt und Bundesaußenminister Heiko Maas sind außerdem über Facebook und andere Social Media-Kanäle erreichbar.

Über weitere konkrete Initiativen und Aktionen von Seiten der Friedensbewegung zum Thema Eskalation in Syrien informiert u.a. das Netzwerk Friedenskooperative: https://www.friedenskooperative.de/eskalation-usa-russland-syrien

Eine Pressemitteilung der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW vom 11.04.2018 finden Sie hier: https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/aerzteorganisation-fordert-ende-alle.html

Die Kampagne "MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien" wird getragen von 25 Organisationen und Gruppen der deutschen Friedensbewegung, darunter die IPPNW, die DFG-VK, das Netzwerk Friedenskooperative, der Versöhnungsbund und pax christi. Mehr Informationen über die Kampagne und die beteiligten Trägerorganisationen: www.macht-frieden.de

Die generellen Forderungen der Kampagne sowie konkrete Vorschläge für zivile Lösungsansätze im Syrienkonflikt finden Sie unter http://www.macht-frieden.de/sites/default/files/inline-files/MACHT_FRIEDEN_Forderungspapier_Maerz_2017.pdf

Pressefotos zu Ihrer freien Verfügung finden Sie unter https://www.flickr.com/photos/friekoop/albums/72157677675393214

Pressekontakt:
Elise Kopper (Campaignerin der Kampagne), Mobil: 0152-34124895
Email: elise.kopper@friedenskooperative.de, www.macht-frieden.de

Angelika Wilmen, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Tel. 030-69 80 74 15, Email: wilmen@ippnw.de

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