IPPNW-Presseinformation vom 9.9.2011

Terror mit Terror vergolten

10 Jahre Terroranschläge vom 11. September

Zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September erklärt der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim:

Die terroristischen Anschläge des 11. September waren nicht der Grund, sondern der Auslöser einer desaströsen Kaskade kriegerischer Gewalt. Der Tod von etwa 3.000 Menschen in den USA hat die ganze Welt erschüttert und war der Ausgangspunkt eines "Kriegs gegen den Terror", der ganze Länder wie Afghanistan und Irak mit Tod und Zerstörung überzog. Das internationale Recht ebenso wie die individuellen Menschenrechte wurden zunehmend zur Makulatur. Abu Ghraib und Guantanamo sind Orte, in denen Macht-Willkür und grausame Missachtung jeder Menschenwürde vor der Weltöffentlichkeit offenbar wurden.

Terroristische Anschläge erfordern eine adäquate polizeiliche Untersuchung und Aufklärung sowie die Anwendung internationalen wie nationalen Rechts, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Gegen einen Hauptverdächtigen, Osama Bin Laden, lag zum Zeitpunkt seiner Exekution aber nicht einmal eine Anklageschrift vor. Dies verstärkt die in den Medien diskutierten Zweifel an den Ergebnissen des regierungsoffiziellen „9/11 Commission Report“.

Der „Krieg gegen den Terrorismus“ hat in allen Bereichen unseres Lebens tiefe Spuren hinterlassen. Dazu gehören nicht nur die – teilweise mit deutscher Beteiligung – fortgesetzten militärischen Interventionen in Afghanistan, im Irak und am Horn von Afrika, sondern auch die Entführungen und dauerhafte Gefangennahme von angeblichen Terroristen außerhalb jeglicher völkerrechtlicher Norm bis hin zum „extralegalen Töten“. Auch innenpolitisch erlebten wir mit der Rechtfertigung, es gehe um den Schutz der Inneren Sicherheit, umfangreiche Maßnahmen der Überwachung und Kontrolle aller Lebensbereiche der Bevölkerung.

Nicht zuletzt nehmen wir eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft wahr. Sie wird zum Beispiel sichtbar, wenn die Bundeswehr Erlaubnis für ihre Präsenz an Schulen und Job-Centern erhält.

Krieg mit all seinen massiven und tödlichen Folgen für unbeteiligte Zivilisten kann und darf kein geeignetes Mittel der Verbrechensbekämpfung sein, sondern bedeutet seinerseits nichts anderes als Terror. Eine sinnvolle humane Perspektive für unser gemeinsames Überleben auf dieser Erde kann nur gefunden werden im Einsatz für die Ächtung jeglichen Krieges, für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und für die gerechte, solidarische Verteilung der globalen Ressourcen.

Pressekontakt:
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: wilmen@ippnw.de

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