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IPPNW-Pressemitteilung vom 10.07.2018

Statt in Aufrüstung in Zivile Konfliktbearbeitung, Friedenserziehung und Rüstungskonversion investieren

NATO-Gipfel in Brüssel

Grafik: Forum Ziviler Friedensdienst
10.07.2018

Die IPPNW lehnt die geplante Erhöhung der Militärausgaben auf 2 % der Wirtschaftsleistung ab. Die ärztliche Friedensorganisation fordert die deutsche Bundesregierung stattdessen auf, sich angesichts weiter steigender internationaler, aber auch innergesellschaftlicher Spannungen verstärkt für Zivile Konfliktbearbeitung und Krisenprävention einzusetzen sowie die soziale Ungleichheit in Deutschland zu verringern.

Neben einem Ende von Auslandseinsätzen, Aufrüstung und deutschen Rüstungsexporten in Kriegs- und Krisengebiete fordert die IPPNW ein umfassendes Konzept Ziviler Konfliktbearbeitung. Die Förderung von einer auf Verständigung und Ausgleich bedachten internationalen Politik Deutschlands ist die richtige Antwort auf die von der NATO in Wales beschlossene und vom US-Präsidenten und dem NATO-Generalsekretär immer wieder erhobenen Forderung, deutsche Rüstungsausgaben auf 2% des BIP fast zu verdoppeln. „Das Leiden der von Krieg betroffenen Menschen ruft die Welt dazu auf, mit zivilen Mitteln Prävention zu betreiben. Darin wäre eine Friedens- und Sicherheitsstrategie erkennen, nicht aber in dem 2%-Konjunkturprogramm für die Rüstungsindustrie“, erklärt Susanne Grabenhorst, stellvertretende Vorsitzende der IPPNW.

Die Ansätze für zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung der Bundesregierung sollten mit Hilfe der umgewidmeten Gelder aus dem Militärhaushalt gestärkt, verbessert und ausgeweitet werden. „Wenn die vorgesehene Erhöhung des Wehretats auf 2% des Bruttoinlandsproduktes stattdessen der zivilen Konfliktbearbeitung oder Maßnahmen zur Förderung sozialer Gerechtigkeit zugute kämen, wären dies große Fortschritte für Frieden und Sicherheit“, so Grabenhorst. Die von der Friedens- und Konfliktforschung erarbeiteten Handlungsansätze sollten erprobt und weiterentwickelt werden und Menschen darin geschult werden. Notwendig sei zudem eine Förderung von Friedensorganisationen, Friedensforschung und Friedenserziehung sowie Rüstungskonversion.

Zudem müssten psychische Traumafolgestörungen bei Kriegsopfern und Soldat*innen behandelt werden, ohne das Ziel, diese wieder für Militäreinsätze „einsatzbereit“ zu machen. „Traumatisierte Kämpfer*innen leiden nicht nur selber, sondern sie bringen oft auch Leid und Gewalt in ihre Familien und ihre Gesellschaften durch Suizide und aggressive Impulsdurchbrüche,“ erklärt Grabenhorst.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Foto: Grafik: Forum Ziviler Friedensdienst

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