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Pressemitteilung, 27. Oktober 2017

"Nukleare Abschreckung birgt nur Gefahren"

Russland testet atomwaffenfähige Raketen

AktivistInnen bei einer Aktion anlässlich der Verhandlungen über den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen in New York, Foto: Ralf Schlesener
27.10.2017

Die deutschen Sektionen der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisationen IPPNW und ICAN verurteilen den russischen Test von Raketen, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden können. Sascha Hach, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland, erklärt: „Putins Provokation mit dem Test atomwaffenfähiger Langstreckenraketen ist ein weiterer Beleg für die konkrete Gefahr, die mit der nuklearen Abschreckungspolitik verbunden ist. Die Drohung gegenseitiger Auslöschung bringt keine Sicherheit, sondern hat den Westen inzwischen in drei Konfliktherde mit atomarer Sprengkraft hineingezogen. Auf die nuklearen Spannungen zwischen NATO und Russland sowie zwischen den USA und Nordkorea und dem Iran kann es nur eine Antwort aus Deutschland und Europa geben: Abrüstung und Deeskalation.“

„Mit Sorge beobachten wir, dass zwischen zwischen den USA und Russland ein neues nukleares Wettrüsten entbrannt ist“, ergänzt Inga Blum, Vorstandsmitglied der IPPNW. Russland und die USA werfen sich gegenseitig Verstöße gegen den Vertrag über die Abschaffung aller atomaren Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) vor. Laut Medienberichten gibt es in den USA Überlegungen, moderne, atomar bestückte Cruise-Missiles in Europa zu stationieren. Die zwanzig verbliebenen US-Atomwaffen in Büchel sollen „aufgerüstet“ werden. Die USA entwickeln mit der B61-12-Bombe eine neue, zielgenauere und flexibel einsetzbare Waffe.

Ein atomarer Konflikt zwischen Russland und den USA, der nur einen Bruchteil ihres jeweiligen atomaren Arsenals umfasst (zum Beispiel 250 Atomwaffen auf beiden Seiten) würde innerhalb von einer halben Stunde etwa 100 Millionen Menschen das Leben kosten.

Die Friedensorganisationen fordern daher von der künftigen Bundesregierung ein Umdenken. Sascha Hach sagt: „Die Atomwaffenfrage muss bereits während der Sondierungsgespräche auf den Verhandlungstisch. Wir brauchen schnellstmöglich einen grundlegenden Wandel in der Atomwaffenpolitik. Dieser muss den Abzug der in Deutschland stationierten Atomwaffen ebenso einschließen wie die Unterstützung des internationalen Atomwaffenverbotes.“

Die Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) wurden im Jahr 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) erhält die Auszeichnung in diesem Jahr.

Weitere Informationen über den UN-Vertrag über ein Verbot von Atomwaffen: www.nuclearban.de

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin IPPNW, Tel. 030 698074-15,  Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Felix Werdermann, ICAN Deutschland, Tel. 01522 231 4476, Email: presse@ican.berlin

Foto: AktivistInnen bei einer Aktion anlässlich der Verhandlungen über den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen in New York, Foto: Ralf Schlesener

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