IPPNW-Pressemitteilung vom 28. Juli 2022

IPPNW fordert Waffenstillstand und Verhandlungen

Bundesregierung liefert schwere Waffen an die Ukraine

28.07.2022 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW ist in großer Sorge, dass Deutschland durch die Lieferung von schweren Waffen wie Panzerhaubitzen und Flugabwehrpanzern zu einer weiteren Eskalation des Krieges beitragen könnte. Die Ärzteorganisation sieht die Gefahr eines jahrelangen Zermürbungskrieges mit katastrophalen humanitären Folgen für die Menschen in der Ukraine und weltweit. Sie fordert von der Bundesregierung verstärkte Anstrengungen für einen Waffenstillstand und eine diplomatische Lösung.

Die Bundesregierung hat vor zwei Wochen die Lieferung von 30 Flugabwehrpanzern Gepard genehmigt, einen Waffensystem, das nicht nur zur Abwehr eingesetzt werden kann, sondern „wenn es nötig wird, auch gegen Erdziele", wie Knut Peters, Firmensprecher des Münchner Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann (KMW) gegenüber dem ZDF bestätigt hat. Dem Unternehmen wurde gleichzeitig der Verkauf von 100 Panzerhaubitzen an die Ukraine genehmigt. Die Produktion solle jetzt beginnen und kann mehrere Jahre dauern. Der Termin der ersten Haubitzen-Lieferung sei noch offen. Für Krauss-Maffei Wegmann geht es um 1,7 Milliarden Euro.

Der Krieg in der Ukraine verursacht Leid, Tod und Verwüstung. Mit jedem Tag, den der Krieg länger dauert, kommen mehr Menschen ums Leben, werden körperlich verletzt oder psychisch traumatisiert. Immer neue Waffenlieferungen werden die Eskalationsdominanz Russland nicht durchbrechen. Vielmehr verschärfen sie die Lage und verlängern den Krieg.

Mit jedem Kriegstag wächst auch das Risiko, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweitet oder dass es durch Bombardierungen zu einer Katastrophe in einem der ukrainischen Atomkraftwerke kommt. Mit jedem Tag wächst auch das Risiko einer militärischen nuklearen Eskalation zum Beispiel zu einem Atomkrieg aus Versehen, durch Unfall, technische Fehler, Missverständnisse. Jeder Kriegstag ist einer zu viel – der Krieg muss jetzt so schnell wie möglich beendet werden.

 "Die Welt hat eine Verantwortung, für Frieden zu sorgen", so formulierte es die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor beim G7-Gipfel. Doch trotz des unermesslichen humanitären Leids durch den Krieg finden derzeit keine direkten Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Regierung statt. Die IPPNW plädiert für einen Verhandlungsfrieden und Interessensausgleich statt des Versuchs, ohne Rücksicht auf zivile Opfer einen militärischen Sieg zu erringen.

Das IPPNW-Papier „Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine“ finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Waffenstillstand_und_Frieden_Ukrainekonflikt.pdf

Kontakt:
Angelika Wilmen (IPPNW), Tel. 030 698 074 13, E-Mail: wilmen@ippnw.de


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