IPPNW-Pressemitteilung vom 17. Juni 2022

Friedensnobelpreisorganisation fordert Freilassung von Julian Assange

Entscheidung zu Assange


Die deutsche IPPNW verurteilt die Entscheidung der britischen Innenministerin Priti Patel zur Auslieferung von Julian Assange an die USA und fordert stattdessen die Freilassung des WikiLeaks-Gründers. „Eine Auslieferung an die USA wäre ein schwerer Schlag für die internationale Friedensbewegung“, erklären Vorstandsmitglieder der Ärzteorganisation.

Seit drei Jahren sitzt Julian Assange im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Isolationshaft. Seine Behandlung durch die britische Justiz wurde vom UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, als Folter und als Justizskandal bezeichnet.

Wie bekannt wurde, ist der Gesundheitszustand von Assange in mehrfacher Hinsicht bedenklich: Er leidet unter Depressionen und ist selbstmordgefährdet. Im Oktober 2021 erlitt er zudem einen Schlaganfall, was im Auslieferungsverfahren nicht berücksichtigt wurde. Die Auslieferung wäre somit schon aus medizinischen und ethischen Gründen inakzeptabel.

„Aus friedenspolitischer Sicht desaströs wäre seine Bestrafung dafür, dass er als Chefredakteur von WikiLeaks die Aufdeckung und Veröffentlichung schwerer Kriegsverbrechen, insbesondere durch die USA, ermöglicht hat“, so IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Helmut Lohrer. Die IPPNW befürchte einen massiv abschreckenden Effekt auf Publizist*innen und Journalist*innen, zukünftig Kriegsverbrechen öffentlich zu machen. Es drohe eine Kriminalisierung des Journalismus und damit elementarer Schaden an einer wesentlichen Säule gesellschaftlicher Ordnung.

Die Auslieferung dürfe auf keinen Fall erfolgen. Die deutsche IPPNW fordert die britische Regierung dazu auf, ihre Entscheidung umgehend rückgängig zu machen.

Kontakt: Angelika Wilmen, 0162-2057943, wilmen@ippnw.de

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