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IPPNW-Pressemitteillung vom 08.05.2018

Atomares Wettrüsten in der Region verhindern - Kriegsdrohungen stoppen

Atomabkommen mit dem Iran

Protestaktion in New York anlässlich der UN-Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot, Foto: Ralf Schlesener
08.05.2018

Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation IPPNW schlägt angesichts der gefährlichen Entwicklung im Nahen Osten Alarm. Sie könne jederzeit zu einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Israel, den USA und dem Iran und einer weiteren nuklearen Aufrüstung führen. Die Ärzteorganisation fordert die Bundesregierung und die Europäische Union auf, alle diplomatischen Bemühungen zu unternehmen, um die USA, Israel und den Iran von weiteren Eskalationsschritten abzuhalten und das Atomabkommen mit dem Iran zu stärken statt zu schwächen. Mittelfristig fordert die IPPNW die Einberufung einer umfassenden Konferenz zur Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten (KSZMNO) unter Einbeziehung aller Staaten der Region. Bereits 1995 hatte die UNO beschlossen, eine Konferenz zur Einrichtung einer massenvernichtungswaffen-freien Zone im Mittleren und Nahen Osten abzuhalten.

Führende israelische Politiker bis hin zum Ministerpräsidenten Netanjahu haben dem Iran immer wieder unterstellt, gegen das Atomabkommen zu verstoßen und weiter an Atomwaffen zu forschen. Aktuell drohen sie sogar mit einem Angriff ("Präventivschlag") auf den Iran und indirekt auch mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Gleichzeitig musste man von einigen führenden iranischen Politikern und Geistlichen wiederholt hören, dass das Existenzrecht Israels in Frage gestellt werde und dem "zionistischen Regime" prophezeit werde, es werde den Ablauf des Atomabkommens in 25 Jahren nicht mehr erleben.

Von Seiten der USA ist ein Militärschlag gegen den Iran mit dem Ziel eines Regime Change seit der Machtübernahme durch die Republikaner immer wieder ins Spiel gebracht worden, zuletzt durch Trumps neuen Sicherheitsberater John Bolton. "Die angedrohte einseitige Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran stellt hierbei eine gefährliche Eskalationsstufe dar und steht in eklatantem Widerspruch zu den Erkenntnissen und Empfehlungen der zuständigen UN-Behörde IAEO", erklärt der IPPNW-Vorsitzende Dr. Alex Rosen.

Die Aufkündigung des Atomabkommens hätte katastrophale Folgen. Auf der einen Seite droht eine kriegerische Auseinandersetzung um die Vormachtstellung in der Region. Auf der anderen Seite könnten weitere Länder nach der Atombombe greifen. So plant Saudi-Arabien bereits den Bau von 16 Atomkraftwerken, was dem Land den Weg zur atomaren Aufrüstung eröffnen würde.

Auch in Israel gibt es Menschen, die die aktuelle Gefahr für die Region sehen. Am 26. April 2018 haben sich z.B. 26 hochrangige israelische Militär- und Sicherheitsfachleute in einer gemeinsamen Erklärung dafür ausgesprochen, dass die US-Regierung an dem Atomabkommen mit dem Iran festhält, denn die Aufkündigung werde Israels Sicherheit untergraben.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Mobil 0162-2057943, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Foto: Protestaktion in New York anlässlich der UN-Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot, Foto: Ralf Schlesener

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