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IPPNW-Presseinfo vom 6. August 2010

IPPNW nennt "gezieltes Töten" in Afghanistan Mord

IPPNW-Deutschland wendet sich entschieden gegen die durch Bundesaußenminister und Vizekanzler Guido Westerwelle erfolgte Rechtfertigung des "gezielten Tötens" von Aufständischen durch die US- und ISAF-Truppen in Afghanistan.

"Als Arzt, aber auch als Bürger messe ich unsere und andere Gesellschaften daran, wie sie menschliches Leben achten und schützen", so Christoph Krämer, IPPNW-Vorstandsmitglied. "Ohne rechtstaatliches Verfahren ein Todesurteil über einen Menschen zu verhängen und zu vollstrecken ist Mord! Noch dazu in einer Situation, in der weiterhin bestritten wird, dass wir dort Krieg führen. Deutschland darf eine solche empörende Politik nicht mittragen und muss auf andere Staaten einwirken, dies zu unterlassen."

Für die Beendigung des Krieges in Afghanistan ist aus Sicht der Ärzteorganisation die Anerkennung des inzwischen fast neun-jährigen Feldzuges als Krieg notwendig sowie ein sofortiger Waffenstillstand, außerdem die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit den Aufständischen. Die IPPNW fordert den vollständigen Truppenabzug, verbunden mit einem klaren und kurzfristigen Zeitplan. Zudem muss Afghanistan umfassende Reparationen für die angerichteten Kriegsschäden erhalten.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de,
Dr. Jens-Peter Steffen, Tel. 030 - 69 80 74 13

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