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IPPNW-Pressemitteilung vom 8.12.2010

Das Märchen vom sauberen Atomstrom

Premiere des Kinofilms "YELLOWCAKE" am 13.12. in Berlin

„Die Produktion von Yellowcake ist in vielen Förderländern mit einer ernsthaften Bedrohung für Gesundheit und Umwelt verbunden“, kritisiert die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Am besten dokumentiert ist das für den Uranbergbau in Deutschland. Seit 20 Jahren betreibt die Wismut GmbH in Deutschland ein milliardenschweres Sanierungskonzept, um hochgiftige und radioaktive Abfällen vom ehemaligen Uranbergbau in Thüringen und Sachsen zu bewältigen. Nach Wismut-Angaben wurden bis Ende 2009 rund 5,3 Milliarden für die Sanierung ausgegeben.

Das Lungenkrebsrisiko der etwa 400.000 ehemaligen Bergarbeiter aus den Uranminen der DDR ist bis heute deutlich erhöht. Das hatte 2006 die weltweit größte Studie zu diesem Thema mit rund 59.000 ehemaligen Uranbergbauarbeitern der deutsch-sowjetischen Wismut AG ergeben. Nach Angaben des Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz Sebastian Pflugbeil gab es 2008 bereits 8.900 anerkannte Fälle von Lungen- bzw. Bronchialkrebs. Lungen- bzw. Bronchialkrebs enden fast immer tödlich. Schätzungsweise 6.000 bis 7.000 weitere Fälle würden noch hinzugekommen, bei 15.000 liege eine Staublunge bzw. Silikose vor.

Auch weitere wissenschaftliche Studien belegen, dass Uran und bei Abbau und Verarbeitung freiwerdende andere toxische Substanzen Bergleute, Beschäftigte in der Uranindustrie und die Bevölkerung krank machen. Aus Uran entsteht im Rahmen der Zerfallsreihe das radioaktive Radongas, das vor allem Lungenkrebs, aber auch andere Krebsarten, wie Leberkrebs, Magenkrebs, Lymphome, Leukämie und andere Bluterkrankungen erzeugt. Auf die Niere wirkt es als Metall toxisch und verursacht schwere Nierenschäden. Am Embryo kann es zu Fehlbildungen, erhöhter Säuglingssterblichkeit, Totgeburten und Down-Syndrom führen.

In den Produzentenländern ist es zumeist die indigene Bevölkerung, die den direkten Folgen des Uranabbaus ausgesetzt ist. Neben den gesundheitlichen Risiken gibt es gravierende Auswirkungen auf ihre Kultur und Religion. Aus wirtschaftlichen Interessen gestatten Regierungen den Abbau an Stätten, die der indigenen Bevölkerung heilig sind. Durch die Verseuchung von Land und Wasser werden ihre Lebensgrundlagen zerstört. Betroffen von dieser Entwicklung sind beispielsweise die Tuareg in Niger, die Uraon in Indien, die Navajos und die Lakotas in den USA und die Aborigines in Australien.

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) fordern eine Ächtung des Uranbergbaus, den Ausstieg aus der Atomenergie und die Abschaffung aller Atomwaffen.

Die IPPNW wird bei der Premiere des Kinofilms „Yellowcake“ am 13.12. um 20 Uhr im Kino Babylon in Mitte über die gesundheitlichen Risiken des Uranabbaus informieren.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: wilmen[at]ippnw.de

Foto: 

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