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IPPNW-Pressemitteilung vom 12.9.2013

Mehr Flüchtlinge aufzunehmen ist ein Gebot der Humanität

Aufnahme syrischer Flüchtlinge

Syrische Flüchtlinge im Domiz Camp im Irak, Foto: Jodi Hilton/IRIN
12.09.2013

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW hat Bundesinnenminister Friedrich heute in einem Brief aufgefordert, das Flüchtlingskontingent aufgrund der katastrophalen humanitären Situation in Syrien und den Nachbarstaaten deutlich aufzustocken. „Angesichts von mindestens 4.000.000 Binnenflüchtlingen im syrischen Kriegsgebiet und 2.000.000 syrischen Flüchtlingen in den Nachbarländern handelt es sich bei den 5.000 Menschen um eine beschämend geringe Zahl. Das menschliche Leid hat durch die Kriegssituation ein unvorstellbares Ausmaß angenommen“, erklärt Dr. Sabine Farrouh, IPPNW-Vorstandsmitglied.

Die  Bundesregierung solle sich darüber hinaus für eine unbegrenzte Aufnahme syrischer Flüchtlinge in der EU einsetzen und diesbezüglich dem Beispiel Schwedens folgen. Das sei ein Gebot der Humanität. „Ferner ist es notwendig, dass die Einreisebedingungen - analog der Flüchtlingssituation während des Bosnien-Kriegs - unbürokratisch gehandhabt werden. Ein Familiennachzug ist zu ermöglichen. Monatelanges Warten auf einen Botschaftstermin, um ein Visum zu beantragen, ist aufgrund der aktuellen Situation inakzeptabel“, heißt es in dem Brief.

Viele der nach Deutschland kommenden syrischen  Flüchtlinge bedürfen des besonderen Schutzes. Aufgrund der durchlittenen Kriegs- und Gewalterfahrungen muss angenommen werden, dass viele von ihnen traumatisiert sind. Für sie ist ein sicherer Aufenthalts- bzw. Flüchtlingsstatus unabdingbar. Sie müssen krankheitsgerecht untergebracht werden und flächendeckend Zugang zu einer fachgerechten Gesundheitsversorgung bekommen. Sie brauchen Traumatherapie und psychosoziale Rehabilitation.

Die IPPNW appelliert zudem an die Bundesregierung, die Mittel für die humanitäre Hilfe des IRK/DRK in Syrien deutlich aufzustocken ebenso wie die der UN-Organisationen, um den vom Bürgerkrieg betroffenen Menschen zu helfen, die in Syrien und den Nachbarländern bleiben müssen.

Den Brief an Bundesinnenminister Friedrich finden Sie unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/BM_Friedrich_130912.pdf
 
Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen[at]ippnw.de

Foto: Syrische Flüchtlinge im Domiz Camp im Irak, Foto: Jodi Hilton/IRIN

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[Brief an Bundesinnenminister Friedrich]

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