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IPPNW-Pressemitteilung vom 02.10.2014

Kein erneuter Einsatz von Uranmunition im Irak

US-Angriffe gegen IS-Kämpfer

Bagdad März 2003, Foto: Naomi Toyoda
02.10.2014

Laut US-Medien plant das Pentagon den Einsatz von zwölf A-10 Flugzeugen im Rahmen des Kampfes gegen die IS-Kämpfer im Nahen Osten. Diese Flugzeuge verfügen über eine 30-Millimeter-Bordkanone, die Geschosse aus Uranmunition abfeuern kann. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber der US-Regierung dafür einzusetzen, dass prinzipiell auf die Verwendung von Uranmunition verzichtet wird.

Die Bordkanonen der A-10 Flugzeuge wurden in den Kriegen in Bosnien, Kosovo und den beiden Irak-Kriegen mit Uranmunition bestückt und hinterließen nach den Bombardierungen lang anhaltende Schädigungen der Umwelt sowie Gesundheitsschäden bei den betroffenen Menschen. Uranmunition schädigt die menschliche DNA auf zweifache Weise: als Schwermetall wirkt es chemotoxisch und als Alphastrahler radiotoxisch. Dies wurde in über 50 qualifizierten Studien nachgewiesen.

Die Menschen im  Irak sind am stärksten von den Umwelt- und Gesundheitsschäden betroffen. Geschätzt wird, dass in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition abgeworfen wurde, besonders auch in Wohngebieten, wie die kürzlich erschienene Studie von Pax Niederlande nachweist.

„Ein erneuter Einsatz von Uranmunition ist extrem schädlich“, warnt Dr. Angelika Claußen von der deutschen Sektion der IPPNW, „nicht nur  hinsichtlich der unmittelbaren Gesundheitsschäden. Er würde der IS neue Kämpfer und Unterstützer in die Arme treiben. Für den Weg zum Frieden müssen die Staaten  friedenslogisch denken, das bedeutet die Stärkung des internationalen Rechts mittels Verträgen und die Stärkung der UNO.

Der Irak hat sich im Vorfeld der jetzt stattfindenden UN-Generalversammlung für einen Vertrag zum Verbot von Uranwaffen ausgesprochen. Die Internationale Koalition  für die Ächtung von Uranwaffen arbeitet seit Jahren daran, eine Ächtung bzw. das Verbot von Uranwaffen in der Staatengemeinsacht durchzusetzen. Eine entsprechende  Resolution liegt der Generalvollversammlung der UNO vor.

Sie finden die ICBUW-Studie "Malignant Effects: depleted uranium as a genotoxin and carcinogen" unter https://dl.dropboxusercontent.com/u/3981379/ICBUW_malignant_effects.pdf

Pax-Studie PAX "Laid to Waste: depleted uranium contaminated military scrap in Iraq" www.bandepleteduranium.org/en/docs/215.pdf

Die IPPNW/ICBUW-Studie "Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition" vom Dezember 2012 finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/IPPNW_ICBUW_Report_DU_Munition_2012.pdf

Lesen Sie auch die Broschüre "Uranmunition: Strahlende Geschosse" issuu.com/ippnw/docs/ippnw_uranmunition_web/1

Hinweis: Im Rahmen des Uraniumfilmfestivals werden am 3. Oktober 2014 im Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30 in Berlin Filme zu den Themenbereichen Uranwaffen sowie Umweltzerstörung durch Krieg und Militär gezeigt. Um 17.30 Uhr läuft der Film "Todesstaub" von Frieder Wagner. Anschließend gibt es eine Gesprächsrunde mit Frieder Wagner, Martina Morawietz (ZDF, Frontal 21) und Dr. Angelika Claußen (IPPNW-Ärztin), moderiert von Prof. Manfred Mohr (ICBUW/IALANA).

Am  4. Oktober 2014 um 10 Uhr widmet sich in der IALANA-Geschäftsstelle (Tagungsraum), Marienstr. 19-20, 10117 Berlin, eine Fachveranstaltung der Frage: "Deutschland und Uranwaffen – wie betroffen sind wir?"

Kontakt:
Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de


Foto: Bagdad März 2003, Foto: Naomi Toyoda

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