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IPPNW-Pressemitteilung vom 24.3.2013

Waffenhandel fördert Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen

Internationaler IPPNW-Kleinwaffen-Kongress „Zielscheibe Mensch“ im Mai 2013

Foto: Control Arms/ Creative Commons 2.0
24.03.2013

Zur Zeit verhandeln die Staaten der UNO in New York über strikte Regeln zur Kontrolle des globalen Waffenhandels. Die deutsche Sektion der IPPNW sieht in einem Vertrag zur effektiven Regelung des unkontrollierten Waffenhandels allenfalls einen ersten Schritt. Von der Bundesregierung fordert sie, sich dafür einzusetzen, dass der Handel mit ausnahmslos sämtlichen Waffen- und Munitionstypen unterbunden wird. Gemeinsam mit zahlreichen anderen in der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ zusammengeschlossenen Organisation fordert die deutsche IPPNW, ein generelles Verbot von Rüstungsexporten im Grundgesetz zu verankern.

„Jede Minute stirbt ein Mensch durch Waffengewalt. Kleinwaffen sind die Massenvernichtungsmittel unserer Zeit“, kritisiert Arzt und IPPNW-Vorstandsmitglied Helmut Lohrer. Die ärztliche Friedensorganisation will die dramatischen Folgen des globalen Kleinwaffenhandels bei einem internationalen Kongress vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 in Villingen-Schwenningen stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und auch die deutsche Rolle als drittgrößter Rüstungsexporteur thematisieren.

Einer der Kongress-Referenten IPPNW Co-Präsident Dr. Bob Mtonga erklärt:„ Als afrikanischer Arzt habe ich zu viel menschliches Leiden aufgrund von Waffengewalt gesehen. Weltweit mündet der unregulierte Waffenhandel in eine globale öffentliche Gesundheitskatastrophe“. Die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete internationale Ärzteorganisation IPPNW hat US-Präsident Barack Obama im Vorfeld der Verhandlungen in einem Brief von 18 Friedensnobelpreisträgern aufgefordert, die historische Chance zu nutzen und sich für einen starken Waffenhandelsvertrag einzusetzen.

Auch Deutschland steht aus Sicht der deutschen IPPNW-Sektion in der Verantwortung, das globale Geschäft mit dem Tod einzudämmen. Mit Heckler & Koch ist einer der größten Kleinwaffenproduzenten in Oberndorf am Neckar beheimatet. Rüstungsgegner Jürgen Grässlin, der ebenfalls auf dem Kongress referieren wird, hat umfassende Recherchen zu den Opferzahlen betrieben: „Seit der Aufnahme der Waffenproduktion Mitte der Fünfzigerjahre starben mehr als zwei Millionen Menschen durch Kugeln aus dem Lauf von Heckler&Koch-Waffen. Weitaus mehr wurden zeitlebens verstümmelt, nahezu ausnahmslos alle traumatisiert“, so Grässlin.

Der Kongress findet in Villingen-Schwenningen – keine 30 Kilometer Luftlinie von Oberndorf statt. Zu der Veranstaltung erwartet die deutsche Sektion der IPPNW 300 bis 400 Teilnehmer aus Europa, Afrika, Asien, Süd- und Nordamerika.

Weitere Informationen finden Sie unter www.zielscheibe-mensch.org

Den Brief der Friedensnobelpreisträger an Barack Obama vom 14. März 2013 finden Sie unter www.ippnw.org/statements/2013-securing-a-strong-arms-trade-treaty.pdf

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen@ippnw.de

Foto: Foto: Control Arms/ Creative Commons 2.0

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