Aus IPPNW-Forum 90/04

achten statt verachten

Neue IPPNW-Kampagne

Die Mitglieder des IPPNW-Arbeitskreises Flüchtlinge/Asyl beschäftigen sich schon seit über einem Jahr mit einer Kampagne zur Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere. Schon den richtigen Slogan zu finden und untereinander abzustimmen war nicht einfach. Außer "achten statt verachten" war z.B. vorgeschlagen worden: "hinsehen statt wegschauen", "anerkennen statt abschieben", "mitfühlen statt gleichgültig sein". Den Ausschlag gab neben der sprachlich ansprechenden und eingängigen Wortfolge die Überzeugung, dass "achten" der umfassendste Ausdruck für eine ebenbürtige, besser: auf gleicher Augenhöhe geschehende Zuwendung ist.
Unter dem Motto "achten statt verachten - Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere" soll als erster Schritt der Kampagne bald ein 16seitiges kleinformatiges Heft (sog. Folder) erscheinen, das - ähnlich wie in früheren Jahren "Medizin gegen Ausländerhass" oder "Zuwendung hilft heilen" - geeignet ist, in Arztpraxen, Wartebereichen von Krankenhäusern und in Apotheken ausgelegt zu werden.

Unter den Überschriften "Können Menschen illegal sein?", "Ohne Papiere -unsichtbar und rechtlos", "Das Ausländergesetz und die ärztliche Berufsethik", "Die besondere Situation der Kinder" und der Forderung "Gesundheitsversorgung für a l l e hier lebenden Menschen" wird über das verdrängte Thema knapp aber intensiv informiert, jeweils anschaulich gemacht mit entsprechendem Bildmaterial. Es soll eine Unterschriftenliste eingelegt werden mit unseren Forderungen an den Bundestag, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen für
· ein System anonymer Behandlungsangebote für Flüchtlinge ohne Papiere, damit wenigstens die medizinische Grundversorgung gewährleistet wird.
· die selbstverständliche und gefahrlose Beschulung der Kinder.
· die Entkriminalisierung von Menschen, die Papierlosen ärztlich, juristisch oder allgemein ehrenamtlich helfen.
· Wege aus der Illegalität.

Es ist vorgesehen, die Unterschriften Mitte 2005 an den Präsidenten des Bundestages, Herrn Thierse, zu übergeben.
Dem Folder werden Plakate und eine ausführliche Hintergrundinformation folgen. Ferner sollen Expertengespräche geführt und Pressekonferenzen abgehalten werden; schließlich sollen Politiker/innen, besonders aus den Bereichen Gesundheit und Inneres, sowie Menschenrechtsbeauftragte angesprochen und einbezogen werden.

In Herford planen wir für Dezember 04/ Januar 05, eine Plakatwand zu mieten, auf der wir das Thema gut sichtbar in der Nähe des Ausländer- und des Gesundheitsamtes darstellen wollen.

Als politisch denkende Ärztinnen und Ärzte dürfen wir die Augen vor der Situation der über eine Million Menschen ohne Papiere nicht verschließen. Wir wollen deutlich machen:
Kranke ohne Papiere brauchen Behandlung ohne Angst vor Abschiebung.
Kinder ohne Papiere brauchen Schulunterricht.
Menschen ohne Papiere brauchen Hoffnung, Sicherheit, Integration.

Liebe IPPNW-Mitglieder und Forumleser/innen: Bitte helfen Sie mit, dass diese Kampagne ein Erfolg wird, dass wir eine Regelung durchsetzen können, die für alle hier lebenden Menschen gefahrlosen Zugang zum Gesundheitssystem ermöglicht.

Winfrid Eisenberg

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Referentin "Soziale Verantwortung"
Tel. 030/698074 - 17
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IPPNW-Report: Gesundheitliche Folgen von Abschiebungen
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IPPNW-Forum 164: Mitwirkung bei Abschiebungen: Ärzt*innen zwischen Gesetzen und Ethik
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Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen
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Lesetipp | Deutsches Ärzteblatt: Asylbewerber: Ein ethisches Dilemma

 

Dokumentation: Best Practice for Young Refugees. Ergebnisse und Beiträge einer internationalen Fachkonferenz  
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IPPNW-Report "Prävention von Folter"
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