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IPPNW-Pressemitteilung, 22.2.2018

Ärzteorganisation fordert neuen Lagebericht des Auswärtigen Amtes

Abschiebung nach Afghanistan

22.02.2018 Die IPPNW verurteilt die erneute Abschiebung von 14 Geflüchteten nach Afghanistan in dieser Woche. Die ärztliche Friedensorganisation fordert die künftige Bundesregierung auf, die Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen. Die Sicherheitslage müsse neu bewertet werden. „Es wird Zeit, dass der Lagebericht des Auswärtigen Amts endlich die desaströse Sicherheitslage in dem Kriegsland berücksichtigt“, erklärt Carlotta Conrad, IPPNW-Vorstandsmitglied. „In Länder, in denen Krieg herrscht, darf nicht abgeschoben werden“, so Conrad.

Im letzten Jahr wurden in Afghanistan allein zwischen dem 1. Januar und 30. September 2017 mehr als 8.000 Menschen durch Terror verletzt oder getötet. Landesweit gibt es etwa 80 Kriegshandlungen täglich, insgesamt 12.903 waren es im Jahr 2017. Ende Januar hat ein weiterer Selbstmordanschlag in Kabul mehr als 103 Menschen getötet und 235 verletzt. Laut einer Recherche der britischen BBC sind 70 Prozent des Landes sind von Taliban und IS bedroht. Im letzten Jahr waren es noch knapp 57 Prozent.

Die UN haben Afghanistan vor einigen Monaten von einem „Nachkriegsland“ auf ein „Kriegsland“ heruntergestuft. Der Global Peace Index klassifiziert Afghanistan als das zweitgefährlichste Land auf der Welt, das nur noch von Syrien übertroffen wird.

Die Proteste gegen die Abschiebungspolitik reißen nicht ab. Vergangenes Wochenende gingen deshalb Tausende in 49 Städten Europas auf die Straße. Eine von IPPNW-ÄrztInnen initiierte Online-Petition mit über 80.000 UnterstützerInnen fordert den sofortigen Abschiebestop.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin IPPNW, Tel. 030 - 69807415, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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Ansprechpartnerin


Anne Jurema
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: jurema[at]ippnw.de

Global Health Summer

Materialien

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Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen
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Lesetipp | Deutsches Ärzteblatt: Asylbewerber: Ein ethisches Dilemma

 

Dokumentation: Best Practice for Young Refugees. Ergebnisse und Beiträge einer internationalen Fachkonferenz   PDF-Download

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