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IPPNW-Presseinfo vom 14. Juli 2008

Hessische Atomaufsicht bestätigt veraltete Sicherheitstechnik

Klage zur Stilllegung von Biblis B

14.07.2008

Eine aktuelle Akteneinsicht vom Juni 2008 zeigt, dass das Atomkraftwerk Biblis nach Bewertung des Hessischen Umweltministeriums sicherheitstechnisch veraltet ist. In einem "Vermerk" des Ministeriums heißt es wörtlich: "… denn die Anlage entspricht selbstverständlich nicht dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik …". Damit bestätigt das Ministerium den von der IPPNW seit Jahren praktisch wortgleich erhobenen Vorwurf, dass das Atomkraftwerk Biblis B nicht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht und sicherheitstechnisch völlig veraltet ist.

Der Behördenvermerk vom 19. September 2005 wurde anlässlich eines Antrags der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW vom 9. September 2005 erstellt, der die Stilllegung von Biblis B zum Ziel hat. Das Ministerium hat den Antrag im Jahr 2008 dennoch abgelehnt. Am 17. Januar 2008 wurde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof daher Klage erhoben, um die Stilllegung des gefährlichen Atommeilers gerichtlich durchzusetzen.

Der fehlende Stand von Wissenschaft und Technik von Biblis B zeigt sich nach Angaben der IPPNW daran, dass das Atomkraftwerk mehr als 150 schwere und praktisch nicht behebbare Sicherheitsmängel aufweist.

In der Klage würden beispielsweise allein 16 Mängel hinsichtlich der Beherrschung der äußerst gefährlichen „Dampferzeuger-Heizrohrlecks“ vorgebracht, so IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz. Am 19. Dezember 1998 habe es in Biblis B bereits ein kleines Leck an einem Dampferzeuger-Heizrohr gegeben. „Wenn es morgen ein etwas größeres Leck an einem solchen Rohr gibt, dann kann es aus 16 Gründen zur Katastrophe kommen“, so Paulitz.
Ein internationaler OECD-Vergleich – gewissermaßen eine „Pisa-Studie für Kernkraftwerke“ – habe zudem gezeigt, dass die Kernschmelzfestigkeit von Biblis B katastrophal schlecht sei.

Paulitz: „Wenn vor Gericht alles mit rechten Dingen zugeht, dann dürften die Jahre von Biblis B gezählt sein.“

Kontakt: Henrik Paulitz, Tel. 0171-53 888 22 oder 0621-39 72 668

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10.07.2008  Forderung nach Weiterbetrieb angeblich sicherer AKWs absurd

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