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"Zukunft ohne Atomwaffen" -Presseinfo, 13.10.2010

Es gibt keine Gründe für Atomwaffen in Deutschland und Europa

Der "nukleare Schirm" bietet keinen Schutz

Es gibt keine überzeugenden Argumente, weiterhin US-Atomwaffen in Deutschland und Europa zu stationieren. Das geht aus der Studie „Die NATO und der nukleare Schirm -  Gibt es gute Gründe für Atomwaffen in Deutschland und Europa?“ hervor, die der Friedensforscher Otfried Nassauer im Auftrag der IPPNW erstellt hat.

In der am Mittwoch veröffentlichten IPPNW-Studie hat sich Nassauer mit der Argumentation von Befürwortern der US-Atomwaffen in Europa auseinander gesetzt. Das Bündnis „Zukunft ohne Atomwaffen“ zieht aus seiner Arbeit das Fazit: Der „nukleare Schirm“ bietet keinen Schutz. Er ist vielmehr ein Überbleibsel aus der Ära des Kalten Krieges. Daher forderte das Bündnis auf der Pressekonferenz zur Studie: Die Atomwaffen müssen außer Dienst gestellt werden. Mit einem Vertrag zur Abschaffung aller Atomwaffen – einer Nuklearwaffenkonvention – soll ein neues Zeitalter eingeläutet werden.

Auf der Konferenz stellte Otfried Nassauer fest: „Wenn sich Deutschland weiterhin an der nuklearen Teilhabe der NATO beteiligen soll, müsste dann nicht auch ein neuer Beschluss mit entsprechender Finanzierung gefasst werden? Das würde dann bedeuten: Der Beschluss des Bundestags über den Abzug wäre Makulatur. Wird nun nachgerüstet oder abgerüstet?“ Damit spielt Nassauer auf die deutschen Tornado-Trägerflugzeuge an, die teuer modernisiert werden müssen, wenn die NATO bei einer Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland bleibt. Denn der Eurofighter, der die Tornados in Büchel ersetzen soll, kann keine Atomwaffen tragen.
Letzte Woche hatte das Verteidigungsministerium einen Pressebericht zurückgewiesen, demzufolge die atomwaffenfähigen Tornado-Jagdflugzeuge ab 2012 ausgemustert werden sollten. Die Tornados sollen bis über 2020 hinaus weiter Atomwaffen einsetzen können, teilte dazu das Ministerium mit.

Das Bündnis „Zukunft ohne Atomwaffen“ fordert eine klare Entscheidung der Bundesregierung für die Abrüstung. Xanthe Hall, Abrüstungsreferentin der IPPNW, unterstrich dies auf der Pressekonferenz: „Es macht keinen Sinn, die Jagdbomber zu behalten, um bis zum Jahr 2020 Atomwaffen abwerfen zu können. Abgesehen von vielen anderen Gründen – Infrastruktur, Sicherheitsaufwand, Sonderpersonal und eine Modernisierung der Bomber verursachen auch enorme Kosten. Wir befinden uns nicht in einer Bedrohungslage, die eine solche Entscheidung rechtfertigen würde.“

Hier die Studie als pdf downloaden

Pressekontakt:
Xanthe Hall, Mobil: 0171-435 8404, Festnetz: 030-698074-12, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de

Foto: 

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Dr. Jens-Peter
Steffen
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