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IPPNW-Pressemitteilung vom 29.8.2010

Atomare Epidemie bedroht die Menschheit

19. IPPNW-Weltkongress in Basel beendet

29.08.2010

Der 19. IPPNW-Weltkongress der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ist heute in Basel zu Ende gegangen. 800 Ärzte und Medizinstudierenden aus 60 Ländern und fünf Kontinenten haben die Prävention eines Atomkrieges zu ihrer vordringlichsten Aufgabe erklärt. Neben der Klimaveränderung gehe von den Atomwaffen die drängendste Gefahr für Gesundheit und Sicherheit der Menschheit aus.

Die IPPNW unterstützt die Umsetzung des neuen START-Vertrages zwischen den USA und Russland als bescheidenen Schritt auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Zudem müsse ein umfassender Atomwaffenteststoppvertrag (CTBT) in Kraft treten, ein längst überfälliger Schritt. Andere wichtige Meilensteine wären der Abzug der taktischen US-Atomwaffen aus Europa, ein Verbot der Produktion von spaltbarem Material, die Rücknahme der Atomwaffen aus höchster Alarmbereitschaft, ein Stopp der Modernisierung von Atomwaffen und die Auflösung der Infrastruktur für ihre Produktion und Tests. Die IPPNW fordert die Atomwaffenstaaten auf, diese Schritte umgehend umzusetzen. Zudem unterstützt die Ärzteorganisation alle Bestrebungen zur Einrichtung atomwaffenfreier Zonen im Mittleren Osten und in Europa.

"Wir müssen ein neues Zeitalter einläuten und die Atomwaffen für ungesetzlich
erklären", hatte die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey bei der Eröffnungsveranstaltung gesagt. Viele Atomwaffen seien weiterhin in höchster
Alarmbereitschaft und könnten innerhalb von Minuten  abgefeuert werden. Das
Schreckgespenst eines zufällig oder willentlich ausgelösten Atomkrieges könne jederzeit reale Formen annehmen. Selbst regional eingesetzte Atomwaffen hätten verheerende Auswirkungen auf das Weltklima und die Nahrungsmittelproduktion.

Die Schweiz unterstützt die von der IPPNW geforderte Nuklearwaffenkonvention - ein konkreter Vorschlag zur schrittweisen Umsetzung von Artikel VI des
Atomwaffensperrvertrags. "Eine Nuklearwaffenkonvention, die die Atomwaffenstaaten auffordert, ihr Arsenal abzurüsten, und den Erwerb von Atomwaffen für alle Staaten verbietet, ist der effektivste und praktikabelste Weg  eine humanitäre Katastrophe zu verhindern", heißt es in einem IPPNW-Statement zum Kongress. Abrüstung sei eine notwendige Voraussetzung für Frieden und Sicherheit.  Das Wort nukleare Abschreckung sei zudem ein Euphemismus für die Bedrohung, ganze Völker auszulöschen - die Annahme sie könne niemals versagen, eine Illusion, so die IPPNW-Ärzte.

"Wären Atomwaffen ein tödlicher Virus, der Hunderte von Menschen krank macht und tötet - die Welt würde keine Kosten und Mühen scheuen, den Virus einzudämmen und ihn auszumerzen", heißt es in der IPPNW-Erklärung. Die Folgen eines Atomkrieges seien ungleich folgenschwerer als die einer Pandemie. Die Atomwaffen abzuschaffen, sei eine ungleich leichtere Aufgabe. Dafür brauche es aber den politischen Willen zur Abrüstung der Atomwaffen und die Durchsetzungskraft, diesen Beschluss umzusetzen.

Auf dem Kongress wurde zudem deutlich, dass die ungleiche Verteilung von Wohlstand und eine entfesselte Marktwirtschaft ein wesentlicher Faktor der Destabilisierung ist und weltweite Konflikte anheizt. Die atomare Kette ist - angefangen mit dem Uranabbau über den Betrieb von Atomkraftwerken und der "Endlagerung" von Atommüll bis hin zur Produktion und dem Einsatz von Atomwaffen - mit erheblichen Gefahren für Gesundheit und Leben der Menschheit verbunden.

Sie finden das Statement zum IPPNW-Weltkongress unter
http://ippnwbasel.wordpress.com/2010/08/26/statement/

Kontakt:
Angelika Wilmen, IPPNW, Tel. 0049 (0)162 205 79 43, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Claudia Bürgler, PSR / IPPNW Schweiz, ÄrztInnen für soziale Verantwortung/ zur Verhütung eines Atomkrieges, Klosterberg 23, CH-4051 Basel, Tel./Fax 0041 (0) 61 271 50 25, sekretariat@ippnw.ch, www.ippnw.ch

Foto: 

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Angelika Wilmen

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