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Redaktioneller Hinweis

Um Atomanlagen rund 15.000 weniger Geburten

Schätzungsweise eine Million fehlende Kinder durch Tschernobyl

02.12.2010

Das Wissenschaftsmagazin „Einstein“ des Schweizer Fernsehens (SF) berichtet heute Abend um 21.00 Uhr über eine aktuelle Studie, wonach in der Umgebung von deutschen und schweizerischen Atomkraftwerken und sonstigen Atomanlagen weniger Mädchen geboren wurden als im Durchschnitt der übrigen Bevölkerung.

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hat bereits am 23. November in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass in den vergangenen 40 Jahren im Umkreis von 35 Kilometern um die 31 untersuchten Atomanlagen schätzungsweise 15.000 weniger Kinder geboren wurden. Der Rückgang der Mädchen-Geburten überwiegt dabei den Rückgang der Geburten von Jungen.
Autoren der Studie sind: Ralf Kusmierz, Kristina Voigt und Hagen Scherb. Voigt und Scherb arbeiten am Institut für Biomathematik und Biometrie des Helmholtz Zentrums in München.

Scherb weist zudem auf eine ältere Arbeit mit Kristina Voigt hin, wonach in der Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nach 1986 in Europa rund 800.000 Kinder weniger geboren wurden als eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Da diese Arbeit mehrere Länder nicht abdeckte, muss laut Scherb mit schätzungsweise einer Million fehlenden Kindern nach Tschernobyl gerechnet werden. Vergleichbare Effekte seien auch in Folge der oberirdischen Atomwaffentests beobachtet worden.

IPPNW-Vorstandsmitglied Reinhold Thiel weist darauf hin, „dass mit der Kinderkrebsstudie 2007, den fehlenden Geburten um Atomkraftwerke, den fehlenden Kindern nach Tschernobyl und nach den Atomwaffentests nunmehr zahlreiche Arbeiten auf Gefahren durch die Freisetzung von radioaktiven Isotopen hinweisen. Dass möglicherweise bereits durch den Normalbetrieb von Atomkraftwerken in Deutschland und der Schweiz viele tausend Geburten ausbleiben, muss alarmieren.“

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin, Tel. 030-69 80 74-15
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw[at]ippnw.de

Quellen:
Kusmierz R, Voigt K, Scherb H (2010): Is the human sex odds at birth distorted in the vicinity of nuclear facilities (NF)? A preliminary geo-spatial-temporal approach. In: Greve K, Cremers A B (Eds.): EnviroInfo 2010. Integration of Environmental Information in Europe. Proceedings of the 24th International Conference on Informatics for Environmental Protection. Cologne/Bonn, Germany: 616-626
Scherb H, Voigt K (2009): Analytical ecological epidemiology: exposure-response relations in spatially stratified time series. Environmetrics 2009; 20: 596-606 

Foto: 

23.11.2010  Weniger Mädchen in der Umgebung von Atomkraftwerken

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Angelika Wilmen

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