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Tokyo 2020: The Radioactive Olympics

9 Jahre Fukushima - 34 Jahre Tschernobyl

Die IPPNW-Anzeige "Tokyo 2020: The Radioactive Olympics - 9 Jahre Fukushima – 34 Jahre Tschernobyl" erscheint am 11. März 2020 in der Süddeutschen Zeitung. Herzlichen Dank allen Unterstützer*innen!

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Tokyo 2020: The Radioactive Olympics

9 Jahre Fukushima, 34 Jahre nach Tschernobyl: Die Olympischen Spiele dürfen nicht politisch missbraucht werden

Die Olympischen Spiele 2020 in Japan sollen suggerieren, der Super-GAU in Fukushima sei
vorbei. Tatsächlich ist die Situation rund um die „havarierten“ Atomreaktoren jedoch keineswegs „unter Kontrolle“.

Im Inneren der zerstörten Reaktoren herrscht nach wie vor lebensbedrohliche Strahlung. Die Atomruinen müssen durch ununterbrochene Wasserzufuhr gekühlt werden. Große Teile des
kontaminierten Wassers verseuchen trotz massiver Gegenmaßnahmen weiterhin Grundwasser und
Meer, der aufgefangene Teil des radioaktiven Abwassers wird in riesigen Tanks gespeichert. Wegen Platzmangels soll das stark verstrahlte Wasser ab 2022 direkt in den Pazifik abgelassen werden.

In der Region Fukushima stehen zudem hunderttausende große schwarze Plastiksäcke mit abgetragener, radioaktiv strahlender Erde ungeschützt in der Landschaft. Wind und Regen bringen radioaktive Partikel aus den Wäldern und Bergen sowie aus undichten Plastiksäcken in die Städte und Dörfer. So entstehen immer wieder neue radioaktive Hotspots.

Die japanische Regierung hat nach dem Super-GAU die Grenzwerte von einem auf 20 Millisievert im Jahr erhöht, um eine Rückkehr der Bewohner in die dekontaminierten Gebiete zu erzwingen. Sie verstößt damit gegen international geltende Strahlenschutzregeln. Insbesondere Kinder und Schwangere sind gefährdet. Der Druck wird durch Beendigung der finanziellen Unterstützung massiv erhöht. Das ist aus ärztlicher Sicht unverantwortlich.

2019 wurden neue Daten zum Schilddrüsenkrebs bei Kindern veröffentlicht. Demnach ist diese im Kindesalter sehr seltene Erkrankung in den Jahren 2014-2018 in Fukushima 23 mal häufiger aufgetreten als im japanischen Durchschnitt.

Radioaktive Olympische Spiele
Olympische Baseball- und Softball-Wettkämpfe sollen in Fukushima City ausgetragen werden – 50 Kilometer vom Katastrophenort entfernt.

Der olympische Fackellauf soll am 26. März 2020 in der Nähe der Atomruinen durch verstrahltes Gebiet führen.

Athlet*innen und Besucher*innen aus aller Welt, die sich nur kurz in Japan aufhalten, sind im Vergleich zu den Menschen, die immer dort wohnen, weniger gefährdet. Dennoch ist es nicht vertretbar, sie in Fukushima unnötig erhöhter Strahlung auszusetzen.

Wir fordern:
• Den Verzicht auf olympische Wettkämpfe und Fackellauf in den verstrahlten Gebieten.
Die olympischen Spiele dürfen nicht politisch missbraucht werden.
• Solidarität mit der vom Super-GAU betroffenen japanischen Bevölkerung.
• Ausstieg aus der Atomenergie weltweit.
• Keine „Wiederbelebung“ der Atomenergie zur angeblichen Klimarettung. Atomkraftwerke sind nicht klimaneutral, und sie sind extrem gefährlich.

Die IPPNW hat die Kampagne „Tokyo 2020 – The Radioactive Olympics“ gestartet.

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