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IPPNW-Pressemitteilung vom 18.09.2018

Die Gefahr einer offenen Konfrontation zwischen Atommächten steigt

Syrienkrieg

Kundgebung: Nein zum Krieg! am 18. April 2018 in Berlin, Foto: IPPNW
18.09.2018

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW begrüßt die Ankündigung einer demilitarisierten Zone in Idlib und den Stopp der Luftangriffe durch Syrien und Russland. Mit großer Sorge sieht die Ärzteorganisation jedoch die militärische Konfrontation zwischen Atomwaffenstaaten vor Syriens Küste. Über dem östlichen Mittelmeer ist ein Aufklärungsflugzeug der russischen Streitkräfte abgeschossen worden. Moskau macht syrische Luftabwehrraketen für den Absturz verantwortlich, die den Angriff israelischer Kampfjets des Typs F-16 auf die syrische Küstenprovinz Latakia abgewehrt hätten. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums kritisierte die israelischen Luftangriffe als „feindselig“.

Durch die offene Konfrontation zwischen Atommächten steigt die Gefahr eines Atomkrieges, der die ganze Menschheit bedrohen würde. Bereits Anfang September hatte eine Gruppe von ehemaligen Geheimdienstlern, Diplomaten, Militärs und Kongressabgeordneten Präsident Donald Trump gewarnt, dass die Gefahr direkter Feindseligkeiten zwischen Russland und den USA in Syrien höher sei als je zuvor.

Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, im Hinblick auf Verstöße gegen Völkerrecht und Kriegsbeteiligung von Staaten ohne UN-Mandat „rote Linien“ zu ziehen und der zunehmenden Erosion des internationalen Rechts entschieden entgegen zu treten. Deutschland solle sich im UN-Sicherheitsrat dafür stark machen, zivile Lösungen voranzubringen und alle Konfliktparteien von militärischen Konfliktlösungen abzuhalten. Im Hinblick auf Syrien solle die Bundesregierung nachhaltige Friedensprozesse fördern und statt in Waffen in den Wiederaufbau des Landes investieren.

„Verstöße gegen Völkerrecht, unerklärte Kriege, illegale Tötungen nehmen zu. Damit ist das Recht des Stärkeren und Skrupelloseren auf dem Vormarsch und die Gewinne der Rüstungsindustrie steigen. Konflikte werden angefeuert und der Preis, den Menschen und letztlich unser ganzer Planet zahlen, wird immer höher. Zum Schluss wird niemand gewinnen“, erklärt Susanne Grabenhorst, stellvertretende IPPNW-Vorsitzende.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

Foto: Kundgebung: Nein zum Krieg! am 18. April 2018 in Berlin, Foto: IPPNW

Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen[at]ippnw.de

Nein zum Bundeswehreinsatz in Syrien!

Materialien

Nicht den Krieg befeuern, sondern den Frieden fördern
Forderungspapier der Kampagne "Macht Frieden"

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