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Pressemitteilung vom 2.12.2015

Keine Waffen nach Nahost!

Friedensorganisationen reichen Petition beim Deutschen Bundestag ein

02.12.2015 Keine Waffen nach Nahost – diese Forderung an den deutschen Bundestag und die Bundesregierung haben deutsche Friedensorganisationen heute gemeinsam mit der Internationalen Liga für Menschenrechte, der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden als Petition an den deutschen Bundestag eingebracht. Über 6.000 Bürgerinnen und Bürger unterstützen diese Petition.

Entgegen dem allgemeinen Friedensgebot des Grundgesetzes werden deutsche Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete geliefert – zuletzt 15 deutsche Patrouillenboote nach Saudi-Arabien, atomwaffenfähige U-Boote und bald vier Korvetten nach Israel, 90 Lenkflugkörper an den Irak und 526 automatische Gewehre an Jordanien. Übrigens: Von den Waffen, die seit letztem Jahr an die kurdischen Peschmerga gingen, sind inzwischen nachweislich etliche an andere Milizen, wie u.a. an die Al Qaida nahestehende Al Nusra Brigade, gelangt.

Auch in dem über 50-jährigen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in den besetzten Gebieten sowie mit seinen arabischen Nachbarn wirkt die Konfrontation zwischen den westlichen Mächten und dem arabischen Raum fort. Das ist ein Schlüsselproblem für den Frieden im Nahen Osten, wie auch im Verhältnis zu allen Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung.

Seit Jahrzehnten erleben wir: Krieg löst die Probleme des Nahen Ostens in keiner Weise, sondern stürzt nur immer mehr Menschen dort ins Elend. Nach Rüstung kommt Krieg: das ist eine ganz konkrete Erfahrung der Menschen dort – in Palästina-Israel, in Syrien, im Irak und im Jemen.

„Deutschlands Verantwortung in der Welt“ kann nicht von Rüstungskonzernen übernommen werden, sondern nur durch einen Stopp der Aufrüstung der Region, durch konsequente Beachtung des Völkerrechts, durch eine Politik, die sich an den Bedürfnissen der Menschen im Nahen Osten orientiert und die zivilen Möglichkeiten  für wirtschaftliche, diplomatische und kulturelle  echte Kooperation nutzt.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung sind schlicht: Beenden Sie Ihren verhängnisvollen Aufrüstungskurs, orientieren Sie sich an den immer noch gültigen Regeln der Rüstungsexport-Richtlinien, die Waffenlieferungen in Kriegs- und Spannungsgebiete ausschließen!

Wir sind uns bewusst, dass über den Bundessicherheitsrat ein Entscheidungsgremium etabliert worden ist, das Mitbestimmungsrecht einer parlamentarischen Demokratie aushebelt. Das entbindet die Abgeordneten des Bundestages aber nicht von ihrer Pflicht, klare Position zu diesem verhängnisvollen Bereich deutscher Politik zu beziehen.

Wir appellieren an den Bundestag: Unterstützen Sie die Forderung unserer Petition - Stopp der deutschen Rüstungslieferungen in den Nahen Osten!

Die Petition wird Unterstützt von:
• Kooperation für den Frieden
• Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden in Nahost
• IPPNW e.V.
• pax christi – Deutsche Sektion e. V.
• Internationaler Versöhnungsbund - Deutscher Zweig (e.V.)
• DFG-VK
• Jüdische Stimme für gerechten Frieden e.V.
• Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.
• Aachener Friedenspreis e.V.
• IALANA
• RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
• Forum Friedensethik (FFE) in der Evangelischen Landeskirche in Baden
• Internationale Liga für Menschenrechte
• Palästinensische Gemeinde Deutschland
• AG Palästina/Frankfurt
• Palästina Forum Nahost Frankfurt
• Komitee für Grundrechte und Demokratie
• AG Friedensforschung Kassel
• Bundesausschuss Friedensratschlag
• LAG Frieden und Internationale Politik (in der Partei DIE LINKE, Bayern)
• Palästina/Nahost-Initiative Heidelberg
• Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden (NEFF)


Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Dr. Jens-Peter Steffen, Friedensreferent, Tel. 030-69 80 74-13, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

Materialien

Flyer "Gaza: Nein zum Angriff auf das humanitäre Völkerrecht!"

Bestellen | Herunterladen

Aktion

Petitionen und Aufrufe, die die IPPNW Deutschland unterstützt

GAZA: Starvation or Gunfire -  This is Not a Humanitarian Response
Aufruf CeasefireNow

Für einen gerechten Frieden in Gaza. Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!
gerechter-frieden.org/petition

UNRWA funding cuts threaten Palestinian lives in Gaza and region, say NGOs
Aufruf auf der Homepage des Norwegian Refugee Councils

Waffenlieferungen an Israel und bewaffnete palästinensische Gruppen stoppen!
Aufruf von humanitären und Menschenrechtsorganisationen
Aufruf (deutsch) auf der Homepage von amnesty international
Aufruf auf Englisch

Petition "Ceasefire Now!"
Für einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen und in Israel
Petition auf Change.org unterzeichnen

Health Care and Public Health Professionals’ Call to Immediate Action to Address the Violence in Israel and Gaza and Its Health Consequences
Aufruf von Gesundheitsberufler*innen unterstützen

Friedensappell: Für ein Ende der Gewalt in Israel und Palästina
Petition des Netzwerk Friedenskooperative

Reden & Berichte

Nein zum Angriff auf das humanitäre Völkerrecht
5.06.2025 Rede Franca Brüggen und Angelika Wilmen (PDF)

Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel
11.01.2025 Rede Dr. Nadia Bieler (PDF)

„Das Unmögliche denken und schaffen“ – Gerechter Frieden Palästina und Israel
16.11.2024 Rede Dr. med. Lars Pohlmeier (PDF)

Terroristische Angriffe lassen sich nicht durch Krieg und Bombenteppiche bekämpfen!
28.10.2023  Rede Dr. Angelika Claußen (PDF)

Vernunft, kluge Diplomatie und Abschied von der Gewalt
12.11.2023 Rede Matthias Jochheim (PDF)

Beide Seiten sehen und zuhören: Mit f&e in Israel und der Westbank
Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

There’s no such thing as the voiceless: Bericht aus dem besetzten Westjordanland
Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

Statements von Organisationen in Israel/Palästina

Seit Jahren arbeitet die IPPNW im Rahmen der Begegnungsreisen nach Israel/Palästina mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort zusammen. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Statements von Organisationen aus Israel und Palästina, mit denen wir im regelmäßigen Austausch stehen.

Inmitten des Schreckens liegt eine Chance für den Frieden
Erklärung des Palestine-Israel Journal
englisch/deutsch

Der Brief, der uns empört
Dutzende israelische Ärzt*innen unterzeichneten einen Brief, der das Militär auffordert, "Hornissennester und die sie schützenden Krankenhäuser" im Gazastreifen zu zerstören. Eine Antwort von Physicians for Human Rights Israel
englisch/deutsch auf der Seite von medico

Palestinian CSO Send a Letter to the UN High Commissioner Calling for Ceasefire, and Stress on the Root Causes
Brief des Palestinian Centre for Human Rights, Al Mezan Center for Human Rights und Al-Haq an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte Völker Türk
englisch

Materialien

IPPNW-Information: "Von der Nakba zum ABC der Besatzung" – Israel-Palästina-Reise der IPPNW 2022. PDF

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