Pressemitteilung von IPPNW und pax christi

IPPNW und pax christi begrüßen israelische Entschuldigung gegenüber der Türkei

Jetzt Gazablockade beenden

25.03.2013 IPPNW und pax christi begrüßen die Entschuldigung der israelischen Regierung für die Tötung von acht türkischen Friedensaktivisten und einem us-amerikanisch/türkischen gegenüber der Türkei. Israelische Soldaten hatten die neun am 31. Mai 2010 bei der Erstürmung des türkischen Schiffs Mavi Marmara der Gaza-Freedom Flottille auf dem Mittelmeer, erschossen. Die Schiffe wollten  Hilfslieferungen in den Gazastreifen bringen und die Gazablockade durchbrechen.

Die Entschuldigung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bewerten IPPNW und pax christi als einen wichtigen politischen Schritt, der Entspannung zumindest zwischen Israel und der Türkei bringen kann. IPPNW und pax christi appellieren weiterhin an die israelische Regierung, die Blockade des Gazastreifens zu beenden, um den freien Personen- und Warenverkehr zu ermöglichen.

Um Sicherheit für Israel und die Palästinenser zu gewährleisten, muss die Aufhebung der Blockade mit der Einstellung des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen und der Bombardierungen durch Israel verbunden werden. Dies kann vor allem dadurch erreicht werden, dass die im Gazastreifen de facto regierende Hamas in Gespräche einbezogen wird.

„Die Tötung der neun Menschenrechtsaktivisten auf der Mavi Marmara war für uns ein Schock. Wir haben mit den Familien der Getöteten getrauert und hoffen, dass diese israelische Geste den Schmerz der Hinterbliebenen dämpft und neues Aufeinander zugehen entstehen kann“, erklärt pax christi Vizepräsidentin Wiltrud Rösch-Metzler.

„Noch immer leiden die 1,7, Millionen Bewohner des Gazastreifens unter der Abriegelung“, betont IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Sabine Farrouh. „Stromausfälle und mangelhafte Gesundheitsversorgung sind die Folge dieser Abriegelung. Obwohl es zahlreiche Appelle gibt zur Aufhebung der Blockade, etwa einen Bundestagsbeschluss aller Fraktionen, fehlt es an politischem Druck.“

Auch die Bundesregierung darf die Blockade des Gazastreifens nicht länger tolerieren und muss dies in ihrer Politik zum Ausdruck bringen. So darf Deutschland keine Rüstungsgüter nach Israel sowie in andere Staaten des Nahen Ostens liefern. Denn Aufrüstung verschärft den militärischen Konflikt und blockiert die Suche nach politischen Lösungen. Innerhalb der EU muss sich die Bundesregierung für die Einhaltung des Assoziationsvertrages mit Israel einsetzen, um eine glaubwürdige Menschenrechtspolitik zu verfolgen.

An Bord der Mavi Maramara waren auch fünf deutsche Passagiere: die beiden  Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger, der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Völkerrechtler Norman Paech, der IPPNW Vorsitzende Matthias Jochheim sowie Nader El Saka von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland. IPPNW und pax christi hatten zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen und prominenten Vertretern nach dem Gazakrieg 2009 die Aktion „Ein Schiff nach Gaza“ gestartet und sich damit an der Gaza-Flottille beteiligt.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 0162 205 79 43, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen@ippnw.de

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

There’s no such thing as the voiceless: Bericht aus dem besetzten Westjordanland

Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

Statements von Organisationen in Israel/Palästina

Seit Jahren arbeitet die IPPNW im Rahmen der Begegnungsreisen nach Israel/Palästina mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort zusammen. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Statements von Organisationen aus Israel und Palästina, mit denen wir im regelmäßigen Austausch stehen.

Inmitten des Schreckens liegt eine Chance für den Frieden
Erklärung des Palestine-Israel Journal
englisch/deutsch

Der Brief, der uns empört
Dutzende israelische Ärzt*innen unterzeichneten einen Brief, der das Militär auffordert, "Hornissennester und die sie schützenden Krankenhäuser" im Gazastreifen zu zerstören. Eine Antwort von Physicians for Human Rights Israel
englisch/deutsch auf der Seite von medico

Palestinian CSO Send a Letter to the UN High Commissioner Calling for Ceasefire, and Stress on the Root Causes
Brief des Palestinian Centre for Human Rights, Al Mezan Center for Human Rights und Al-Haq an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte Völker Türk
englisch



Materialien

IPPNW-Information: Von der Nakba zum ABC der Besatzung – Israel-Palästina-Reise der IPPNW 2022. PDF

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