IPPNW-Pressemitteilung vom 1. Dezember 2023

Ärzt*innenorganisation fordert sofortige Wiederaufnahme der Waffenruhe in Gaza

Feuerpause beendet

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die deutsche Bundesregierung auf, sich für eine sofortige Wiederaufnahme der Waffenruhe zwischen der israelischen Regierung und der Hamas einzusetzen. Verhandlungen über die Freilassung der restlichen israelischen Geiseln und der palästinensischen Gefangenen müssen fortgesetzt werden. Die IPPNW verurteilt den Anschlag der Hamas in Jerusalem und deren Aufruf zur Gewalt scharf. Die Bundesregierung solle US-Außenminister Antony Blinken unterstützen, der von der israelischen Führung fordert, Zivilist*innen im Gazastreifen zu schützen, sich an das humanitäre Völkerrecht und die Regeln der Kriegsführung zu halten sowie gewalttätige Siedler*innen im Westjordanland zur Verantwortung zu ziehen.

Nach dem Auslaufen der Waffenruhe sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen heute morgen bei israelischen Angriffen mindestens 29 Menschen getötet worden – darunter mehrere Kinder. Israel hat Bewohner*innen des südlichen Gazastreifens aufgefordert, ihre Häuser östlich der Stadt Chan Junis zu verlassen.

„Laut UN-Generalsekretär António Guterres sind rund 80 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen inzwischen zu Binnenflüchtlingen geworden. Wohin sollen die Menschen fliehen? Es gibt keine sicheren Orte oder Schutzräume. Auch die humanitäre Situation im Gazastreifen ist katastrophal“, erklärt der IPPNW-Vorsitzende Dr. med. Lars Pohlmeier. Mitarbeiter*innen humanitärer Organisationen haben sich schockiert gezeigt vom Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen. Der Bedarf übersteige die Hilfsmöglichkeiten bei weitem. Die WHO hat davor gewarnt, dass Atemwegsinfektionen, Durchfall und andere Krankheiten im Gazastreifen zu einem drastischen Anstieg von Todesfällen führen können. „Zudem befinden sich noch immer etwa 145 Geiseln in Gaza – darunter vermutlich noch 15 Frauen und Kinder. Die Führung der Hamas muss die Geiseln sofort freilassen. An die israelische Regierung appellieren wir, inhaftierte palästinensische Jugendliche und Frauen freizulassen“, so Pohlmeier.

Angriffe auf Zivilist*innen und zivile Infrastruktur im Westjordanland müssten unverzüglich gestoppt werden. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa hat die israelische Armee in Dschenin ein Haus mit Raketen angegriffen. Zudem hätten israelische Soldaten ein Krankenhaus im Westjordanland blockiert. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Der Präsident der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, Christos Christou, bestätigte die Blockade des Khalil Suleiman Krankenhauses. Angriffe auf medizinische Einrichtungen und Gesundheitspersonal stellen einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar.

Kontakt:
Frederic Jage-Bowler (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), jagebowler[at]ippnw.de, 030  698074 15

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

13. März 2024 | Israel im Fokus: Die israelische Gesellschaft und ihre Perspektiven auf die derzeitige Eskalation

Weitere Infos und Anmeldung

Begegnungsreise

IPPNW-Begegnungsreise Palästina/Israel
26. Mai bis 7. Juni 2024
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Petitionen und Aufrufe, die die IPPNW Deutschland unterstützt

UNRWA funding cuts threaten Palestinian lives in Gaza and region, say NGOs
Aufruf auf der Homepage des Norwegian Refugee Councils

Waffenlieferungen an Israel und bewaffnete palästinensische Gruppen stoppen!
Aufruf von humanitären und Menschenrechtsorganisationen
Aufruf (deutsch) auf der Homepage von amnesty international
Aufruf auf Englisch

Petition "Ceasefire Now!"

Für einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen und in Israel
Petition auf Change.org unterzeichnen

Health Care and Public Health Professionals’ Call to Immediate Action to Address the Violence in Israel and Gaza and Its Health Consequences
Aufruf von Gesundheitsberufler*innen unterstützen

Friedensappell: Für ein Ende der Gewalt in Israel und Palästina
Petition des Netzwerk Friedenskooperative

Reden & Berichte

Terroristische Angriffe lassen sich nicht durch Krieg und Bombenteppiche bekämpfen!
28.10.2023  Rede Dr. Angelika Claußen (PDF)

Vernunft, kluge Diplomatie und Abschied von der Gewalt
12.11.2023 Rede Matthias Jochheim (PDF)

Beide Seiten sehen und zuhören: Mit f&e in Israel und der Westbank
Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

There’s no such thing as the voiceless: Bericht aus dem besetzten Westjordanland

Bericht famulieren & engagieren 2023 (IPPNW-Blog)

Statements von Organisationen in Israel/Palästina

Seit Jahren arbeitet die IPPNW im Rahmen der Begegnungsreisen nach Israel/Palästina mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort zusammen. Im Folgenden veröffentlichen wir einige Statements von Organisationen aus Israel und Palästina, mit denen wir im regelmäßigen Austausch stehen.

Inmitten des Schreckens liegt eine Chance für den Frieden
Erklärung des Palestine-Israel Journal
englisch/deutsch

Der Brief, der uns empört
Dutzende israelische Ärzt*innen unterzeichneten einen Brief, der das Militär auffordert, "Hornissennester und die sie schützenden Krankenhäuser" im Gazastreifen zu zerstören. Eine Antwort von Physicians for Human Rights Israel
englisch/deutsch auf der Seite von medico

Palestinian CSO Send a Letter to the UN High Commissioner Calling for Ceasefire, and Stress on the Root Causes
Brief des Palestinian Centre for Human Rights, Al Mezan Center for Human Rights und Al-Haq an den UN-Hochkommissar für Menschenrechte Völker Türk
englisch



Materialien

IPPNW-Information: Von der Nakba zum ABC der Besatzung – Israel-Palästina-Reise der IPPNW 2022. PDF

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