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IPPNW-Pressemitteilung vom 9. Januar 2007

Nichtangriffsgarantie und Atomwaffenfreie Zone

Deutschland muss Eskalation verhindern

””Berlin: Anlässlich aktueller Berichte über geheime Angriffspläne Israels fordert die IPPNW die Bundesregierung auf, sich sofort für eine „Atomwaffenfreie Zone Nahen und Mittleren Osten” und eine Nichtangriffsgarantie für den Iran einzusetzen. Ohne die Richtigkeit der aktuellen Berichte zu beurteilen, deutet die IPPNW sie als Warnsignal für eine drohende Eskalation in der Region. Als deutliches Zeichen muss die deutsche Regierung auch alle Waffenlieferungen nach Nahost stoppen. Das betrifft besonders die Lieferung zweier U-Boote an Israel, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können.

Am 7. Januar veröffentlichte die Sunday Times einen Artikel über israelische Geheimpläne für einen nuklearen Angriff auf den Iran. "Militärische Quellen" zufolge bestehen Pläne mit Atomwaffen drei Atomanlagen in oder in der Nähe von Städten zu zerstören. Zum Einsatz sollen dabei Atomwaffen mit geringer Sprengkraft kommen. Israel hat den Zeitungsbericht umgehend dementiert. Iran droht im Fall eines solchen Angriffes mit massiver Vergeltung. Neben dem Wahrheitsgehalt sind auch die Motive, die hinter der Veröffentlichung der Geheimpläne zum jetzigen Zeitpunkt stehen, unklar.

Dazu IPPNW-Abrüstungsexpertin Xanthe Hall: „Die Frage ist, warum die israelischen Geheimpläne jetzt veröffentlicht wurden? Möglich ist, dass jemand als "Whistleblower" Schreckliches verhindern wollte. Aber es ist auch möglich, dass Israel selbst die Geschichte in die Welt setzt, um die USA unter Druck zu setzen, bei einem Angriff mitzumachen, statt Israel den Alleingang zu überlassen. Sicher ist: Der Konflikt droht zu eskalieren. Nur eine Nichtangriffsgarantie seitens der USA und Israels kann die Lage sofort entspannen. Die Idee der Atomwaffenfreien Zone Nahost, die bereits Ariel Scharon sowie arabische Staaten wie Ägypten unterstützten, könnte dann einen Friedensprozess einleiten.”

Die IPPNW fordert die Ächtung aller Atomwaffen. Laut ihren Studien führen auch Mini-Nukes und atomare Bunker Buster zu hohen Opferzahlen und zu einer Verseuchung weiter Landstriche durch radioaktiven Fall-out. „Es ist eine Illusion zu denken, man kann Atomwaffen mit minimalen Kollateralschäden einsetzen so Hall.

Hintergrundinformationen zu einem möglichen Angriff auf den Iran, zu Mini-Nukes und atomare Bunker Busters sowie wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen dieser neuen Atomwaffen mailen wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Pressereferent: Sven Hessmann, Tel.: 030 - 69 80 74 14, mail: hessmann@ippnw.de

Zum Download: Wissenschaftliche Studie über die Auswirkungen eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen (März 2006, 18 S., 500 KB)

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