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IPPNW Kinderhilfe Irak

IPPNW Irak-Kinderhilfe

Die IPPNW-Kinderhilfe konzentriert sich auf die direkte Hilfe für irakische Kinder, die in Folge von Kriegsverwundungen oder schweren Krankheitsbildern dringend einer Behandlung oder Operation bedürfen. Dazu sind die irakischen Ärzte und Krankenhäuser bislang nicht in der Lage. Ihnen fehlen die speziellen Laboratorien und Röntgengeräte, Computer- und Magnetresonanztomographie, vor allem aber die spezialisierten und erfahrenen Fachärzte.

Ursache hierfür ist, dass infolge der Kriege und des 13-jährigen Embargos eine Fortbildung im westlichen Ausland nicht möglich war, und dass nach Ende des Embargos und Sturz der irakischen Staatsautorität im Mai 2003 das Chaos mit Ermordungen, Geiselnahmen, Erpressungen, Sprengstoffattacken und Vertreibungen einsetzte. Von den 34.000 irakischen Ärzten verließen bis heute nahezu 50 % ihr Land. Mehr als 2.000 Ärzte wurden ermordet. Viele erfahrene und ältere Ärzte fanden mit ihren Familien im benachbarten Jordanien, Syrien, Yemen und anderen arabischen Ländern eine sichere Unterkunft.

Seit Mai 2003 hat die IPPNW-Kinderhilfe Irak mehr als 100 irakische Kinder zu Operationen und stationären Behandlungen in deutschen Kliniken unterbringen können. Es handelte sich zunächst vorwiegend um Verbrennungen der Haut im Gesicht, Hals und Brust, um Augenverletzungen und Trümmerfrakturen, dann um gastro-intestinale (Magen- und Darm) sowie urogenitale Fehlbildungen (Harn- und Geschlechtsorgane) und Entzündungen sowie um schwerste angeborene Herzfehler.

Diese humanitären Leistungen konnten nur mit Hilfe deutsch-irakischer Ärzte vermittelt werden, die ihre Verwandtschaft im Irak besucht haben und dann dort von den irakischen Ärzten und Familien um Hilfe gebeten wurden. Alle Arbeiten der Kinderhilfe werden ehrenamtlich geleistet. Die Verhandlungen mit der deutschen Botschaft in Bagdad, mit den deutschen Behörden, Versicherungen, Fluggesellschaften und insbesondere mit den Krankenhäusern und Chefärzten gehören zur täglichen Arbeit. „Wir sind den Kliniken sehr dankbar, insbesondere wenn sie die Operationen aus eigenen humanitären Mitteln spenden oder stark reduzierte Rechnungen stellen. Doch ohne die Spenden hätten wir unsere Unterstützung nicht leisten können. Unsere humanitäre Hilfe für die leidgeprüften Kinder des Iraks dient nicht nur der Linderung körperlicher und seelischer Leiden, sondern auch dem zwischenmenschlichen Vertrauen, der Versöhnung unter den Völkern und dem Frieden”, so Professor Gottstein.

Unser Dank

Diese Hilfen wären ohne die kompetente und unermüdliche Mitarbeit des deutsch-irakischen Kinderarztes in Frankfurt, Dr. med. Jabbar Said-Falyh, nicht möglich gewesen, der den direkten Kontakt mit den irakischen Ärzten hält und auf arabisch die direkten Verhandlungen führt.

Die Bezahlungen aller Rechnungen für die Flugtickets, Reisekosten, die Visa, die Versicherungen, die Unterkünfte und Beköstigung der Begleitpersonen und vor allem die sehr teuren Klinikrechnungen erfolgen aus unserem Spendenkonto "IPPNW-Kinderhilfe Irak" (IPPNW e.V., Kto Nr. 22 222 10, BLZ 100 205 00 der Bank für Sozialwirtschaft), von unseren großherzigen Spendern, sowie auch von Stiftungen, wie "BILD HILFT" oder der Stiftung "phyto-Kids" der Firma bionorica. Wir arbeiten selbstverständlich ehrenamtlich und zweigen keinen gespendeten Cent von der Hilfe für die irakischen Kinder ab.

Wir sind den Chefärzten (die keine Rechnung stellen), sowie den Klinikverwaltungen, wenn sie entweder aus "humanitären" Budgets die Kosten übernehmen oder reduzierte Rechnungen stellen, und allen Groß- und Kleinspendern sehr dankbar. Wir brauchen dringend Spenden, da unser Spendenkonto praktisch leer ist, wir aber weiter helfen möchten.

Seit dem Jahr 2003 ist die Gruppierung "Children of Baghdad e.V." eng an die IPPNW-Kinderhilfe Irak gekoppelt. Deutsche und deutsch-irakische IPPNW- Kinderärzte und Psychotherapeuten ( Dr. Rahman und Dr. Khalik) und Psychologen bilden irakische Ärzte in der Psychotherapie seelisch traumatisierter Kinder aus. Ein Zentrum für Psychotherapie traumatisierter Kinder und Jugendlicher soll in Bagdad an der Psychiatrischen Universitätsklinik gegründet werden, sobald es die Verhältnisse in der Stadt erlauben.

Die Arbeit der "IPPNW-Kinderhilfe Irak" ist nicht nur eine ärztlich-humanitäre Leistung, sondern dient auch dem Frieden und der Versöhnung. Die Clans und Familien danken uns, und die Kinder als nächste Generation sind in wenigen Jahren die Verantwortlichen im Land.

Da im Irak noch viele Jahre die ärztliche Versorgung schwieriger Krankheitsbilder unzureichend sein wird, wegen der Ermordung Hunderter irakischer Ärzte und deshalb Flucht erfahrener Fachärzte ins Ausland, muss sich die "IPPNW-Kinderhilfe Irak" weiterhin um irakische Kinder kümmern, die ohne unsere Hilfe ein leidendes Leben führen oder frühzeitig sterben müssen.

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