Pressemitteilung vom 01.04.2003

USA tragen Verantwortung

Pressekonferenz mit Denis Halliday

Die Pressekonferenz der IPPNW am 1. April 2003 mit Denis Halliday zu den humanitären Folgen des Irakkrieges fand große Resonanz. Der ehemalige UN-Diplomat und Leiter des UN-Hilfsprogramms für den Irak hat Sanktionen gegen die USA und Großbritannien wegen des Golfkrieges gefordert und nach dem Ende des Krieges von den USA Reparationen gefordert. Halliday warf den USA und Großbritannien Kriegsverbrechen vor. Ohne eine UN-Resolution sei der Krieg illegal und verstoße gegen die Genfer Konvention, nach der ein Aggressor und seine Verbündeten für die Bevölkerung in einer besetzten Region verantwortlich seien. Halliday forderte Sanktionsmaßnahmen gegen die USA und Großbritannien:

"Sie müssen gezwungen werden, Verantwortung zu übernehmen. Diese Verantwortung können sie nicht einfach auf die Vereinten Nationen abschieben".

Die Sprecherin der IPPNW Ute Watermann betonte, dass sich die IPPNW nicht bei den US-Behörden in Kuweit - City registrieren lassen werde, um im Irak humanitäre Hilfe leisten zu dürfen. Sie bezeichnete die Pflicht der humanitären Hilfsorganisationen, sich in Kuweit - City registrieren zu lassen, als eine "unerträgliche militärische Dominanz und Funktionalisierung humanitärer Hilfe. Die Ärzte werden sich in keinem Fall - so wie zahlreiche Journalisten - an das Militär andocken." Die IPPNW hoffe, nach Ende des Krieges direkt helfen zu können.

IPPNW-Ehrenvorstandsmitglied Prof. Ulrich Gottstein sprach von einer humanitären Katastrophe im Irak, die aktuell eher durch den Wassermangel als durch fehlende Nahrungsmittel gekennzeichnet sei. Gottstein sagte, dass seine Telefonate mit irakischen Ärzten vor wenigen Tagen, ergeben hätten, dass die Situation in den Krankenhäusern Bagdads bereits jetzt verheerend sei, weil es kaum noch Medikamente gebe und es an Infusionen, Narkosemitteln, Verbandsmaterial und Antibiotika fehle. "Es wird bereits ohne Narkosemittel amputiert", sagte Gottstein. Prof. Gottstein ist vor allem über die Lage der Kinder besorgt, die nach den Jahren des Embargos so geschwächt seien, dass sie schon an einem Durchfall sterben könnten.

Pressekontakt: Xanthe Hall 030-698 074-12, Mobil 0171-408 4209

Auszug aus Denis Hallidays Statement als mp3-Datei

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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