Pressemitteilung vom 09.09.2002

Ärzteorganisation fordert Ende völkerrechtswidriger Bombardierungen und sofortigen Abzug von Fuchs und Flotte

Nach US- und GB-Großangriff gegen Irak entschiedene Proteste der IPPNW

Berlin- Entschiedenen Protest richtet die Ärzteorganisation IPPNW nach der mit ungewöhnlich vielen Militärmaschinen und Intensität durchgeführten Bombardierung von Luftabwehrstellungen im Westen des Irak an die USA und Großbritannien sowie an die deutsche Politik.

Die IPPNW erneuert ihre Forderung, die dem Völkerrecht widersprechenden Bombardierungen sofort einzustellen.

Vom Bundeskanzler wird gefordert, bei seiner Entscheidung zu bleiben, Deutschland an einem Krieg gegen den Irak nicht zu beteiligen. Gemäß der Ankündigung seines Verteidigungsministers Peter Struck, im Falle des Krieges gegen Irak die in Kuwait stationierten Spürpanzer abzuziehen, müsse dies sofort erfolgen. Dasselbe müsse mit den Flottenverbänden vor dem Horn von Afrika geschehen.

Die USA und Großbritannien sind in diesem Jahr bereits zum 35. mal Angriffe gegen Ziele im Irak geflogen. Die IPPNW stellt klar, dass diese Angriffe völkerrechtswidrig sind. Die sogenannten Flugverbotszonen im Norden und im Süden des Landes sind nicht vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angeordnet, sondern von den USA und Großbritannien eigensanktioniert.
Professor Ulrich Gottstein, Gründungsmitglied der IPPNW aus Frankfurt, stellt in einem Schreiben an Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Vorstand der SPD klar: "Somit handelt es sich um einen Bombenkrieg gegen ein souveränes Land!"

"Die US/UK-Regierungen behaupten, die Bombardierungen seien ein Akt der Selbstverteidigung. Das ist unwahr, denn die Bombenflugzeuge verteidigten sich nicht, sondern taten das, was Bush gegen ganz Irak plant: Sie bombardierten vorbeugend, um ungefährdet weiterhin den Luftraum über Irak beherrschen zu können, als Voraussetzung des bald beginnenden Krieges," erklärte Professor Gottstein, seit Ende des zweiten Golfkrieges fast jährlich auf "fact-finding-missions" im Irak und informiert über die dortige schlechte Gesundheits- und generelle humanitäre Lage.

Die IPPNW sammelt mit breitester Unterstützung aus der Friedensbewegung und den Bürgerinnen und Bürgern Unterschriften für den Appell "Mit Fuchs und Flotte in den Krieg? Keine deutschen Soldaten auf arabische Schlachtfelder!".

Nachfragen an Dr. Jens-Peter Steffen, Tel 030 - 6930244

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Ansprechpartnerin

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de

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