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IPPNW-Stellungnahme vom 5.10.2018

Wichtige Anerkennung für Einsatz gegen sexualisierte Gewalt

Friedensnobelpreis

05.10.2018 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW gratuliert der irakischen Menschenrechtlerin Nadia Murad und dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege zur Friedensnobelpreisverleihung. „Dass der Einsatz gegen sexualisierte Gewalt ausgezeichnet wurde, ist ein wichtiges Signal gegen Vergewaltigungen als Kriegsstrategie. In unserer ärztlichen Praxis werden wir mit den verheerenden Folgen dieser Angriffe auf die Integrität und Persönlichkeit des Opfers konfrontiert. Zusätzlich spielt die stellvertretende Demütigung der Familie eine wichtige Rolle,“ erklärt Susanne Grabenhorst, stellvertretende IPPNW-Vorsitzende.

Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt im Krieg überleben, sind in der Regel schwer traumatisiert. Die sexuelle Ausbeutung, Demütigung und oder Folter, denen sie oft lange Zeit und immer wieder ausgesetzt waren, führen zu lang anhaltenden psychischen und physischen Folgen.

Betroffene Frauen sind oft nicht mehr in der Lage, mit den Anforderungen des täglichen Lebens und der Versorgung ihrer Kinder klar zu kommen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Frauen für das Geschehene moralisch verantwortlich gemacht werden und so gezwungen sind, das Verbrechen und seine Folgen zu leugnen. Sie werden sozial stigmatisiert oder sogar ausgestoßen und müssen in Armut leben.

Viele Frauen erleiden zudem schwere körperliche Verletzungen mit irreversiblen Folgen.  Sie können zu Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt führen oder  Unfruchtbarkeit verursachen. Während der Vergewaltigung können die Frauen darüber hinaus sexuell übertragbare Infektionen einschließlich HIV infiziert werden.

Der Arzt Denis Mukwege arbeitet als Arzt dafür, dass die körperlichen Verletzungen so gut wie möglich behandelt werden, und er engagiert sich gleichzeitig politisch gegen Krieg und für die Prävention sexueller Gewalt.

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen@ippnw.de, www.ippnw.de

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Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen@ippnw.de

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