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IPPNW-Pressemitteilung vom 21. Juni 2019

Keine deutsche Beteiligung an einem Irankrieg

Drohender Irankrieg

21.06.2019 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW warnt eindringlich vor einer militärischen Intervention im Iran und fordert die Bundesregierung auf, sich weder direkt oder indirekt an einem Krieg gegen Iran zu beteiligen. Sie darf insbesondere nicht zulassen, dass über das deutsche Territorium US-Militärtransporte oder andere Maßnahmen für einen Krieg gegen den Iran durchgeführt werden.

Die US-Air-Base in Ramstein hat eine zentrale Bedeutung für militärische US-Pläne gegen den Iran, da sie Einsatz- und Befehlszentrale für Luftangriffe ist: Hier befindet sich die Munition für die US-Kriege im Nahen und Mittleren Osten und Ramstein ist Drehscheibe für Fracht- und Truppentransporte. Zudem fordert die IPPNW die Bundesregierung auf, Rüstungsexporte in die Region sofort zu stoppen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass auch andere Atomwaffenstaaten wie Russland, Israel, Großbritannien oder Frankreich in einen Irankrieg involviert werden.

Die USA erwägt in einer kürzlich veröffentlichten Ausgabe der operationellen Doktrin zum Einsatz von Atomwaffen, Atomwaffen zur Unterstützung von konventionellen Einsätzen einzusetzen. Dies verdeutlicht die Gefahr, dass auch ein konventioneller Angriff zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. Der Generalstab des US-Verteidigungsministeriums hatte die neue Doktrin am 11. Juni 2019 veröffentlicht, sie kurz darauf aber wieder gelöscht. Darin heißt es: „Der Einsatz von Atomwaffen könnte die Voraussetzungen für entscheidende Ergebnisse und die Wiederherstellung von strategischer Stabilität schaffen.“ In der Doktrin ist die Rede davon, Atomwaffen mit niedriger Sprengkraft einzusetzen. Die Hiroshima-Bombe gilt als „kleine“ Atomwaffe und hat über 100.000 Menschen sofort getötet.

Dr. Inga Blum, Vorstandsmitglied der deutschen IPPNW, kommentiert: „Die Bundesregierung behauptet, die nukleare Abschreckung sei noch notwendig. Aber kann sie es auch verantworten, dass die USA Atomwaffen in einem Krieg tatsächlich einsetzen würden, um ihn gewinnen zu können? Die humanitären Folgen einer einzigen Atomwaffe wären katastrophal, darüber sind sich alle humanitären Organisationen einig. Atomwaffen dürfen nie wieder eingesetzt werden.“

Das Dokument des US-Verteidigungsministerium ist nicht mehr über die Webseite des Ministeriums öffentlich zugänglich, die Federation of American Scientists hat eine Kopie gesichert unter fas.org/irp/doddir/dod/jp3_72.pdf

Die IPPNW ruft zu der Demonstration am 29. Juni 2019 von “Stopp Air Base Ramstein” auf. Damit Frieden von deutschem Boden ausgeht und nicht Krieg, muss der so genannte Truppenstationierungsvertrag gekündigt werden. Weitere Informationen unter www.ramstein-kampagne.eu/stopp-air-base-ramstein-2019/

Die IPPNW Deutschland hat eine Social-Media-Aktion "Kein Krieg gegen Iran!" initiiert, um unter dem Hashtag #PeaceWithIran ein Zeichen für den Frieden zu setzen! Weitere Informationen unter www.ippnw.eu/en/peace4iran.html und auf der Facebookseite www.facebook.com/Peace4Iran

Das Netzwerk Friedenskooperative hat den Appell „Kein Krieg gegen Iran - Verhandeln statt eskalieren!“ initiiert mit bereits mehr als 10.000 Unterzeichner*innen. www.friedenskooperative.de/kein-krieg-gegen-iran

Pressekontakt:
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Mobil: 0162 – 205 79 43, Email: wilmen@ippnw.de

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Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen[at]ippnw.de

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