IPPNW-Pressemitteilung vom 19.01.2023

„Panzer bringen keinen Durchbruch zum Frieden": IPPNW fordert sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine

Ukraine-Kontaktgruppe trifft sich in Ramstein

Im Vorfeld der Ramstein-Konferenz und angesichts der einseitigen Diskussion um die Lieferung von Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 an die Ukraine erneuert die Friedensnobelpreisträger-Organisation IPPNW Deutschland ihre Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine. Nur so kann ein Fenster geschaffen werden für Friedensverhandlungen im Sinne von friedenslogischem Denken. Russland müsse als Sofortmaßnahme seine Bombardierung ziviler Ziele und Infrastruktur in der Ukraine einstellen.

Die Debatte ist zu sehr verengt auf die Ausweitung der Lieferung westlicher Waffensysteme, kritisiert die deutsche IPPNW-Sektion. Der Konflikt könne aber nur durch Verhandlungen eingefroren und letztlich gelöst werden.

Der russische Angriffskrieg verursacht täglich ungeheures Leid, Tod und Zerstörung. Seit dem 24. Februar 2022 sind annähernd 200.000 gefallene und verletzte Soldaten auf beiden Seiten zu beklagen, etwa 50.000 zivile Tote und Millionen von Geflüchteten. Mit jedem Kriegstag wächst das Risiko, dass sich der Krieg auf andere Staaten ausweitet oder Atombomben eingesetzt werden.

„Wenn keine der Parteien diesen Krieg gewinnen kann, führt eine Ausweitung der Kampfhandlungen nur dazu, die Zahl der Opfer regional zu erhöhen und birgt das Risiko einer nuklearen Eskalation für ganz Europa mit globalen Folgen. Gewonnen werden kann nur ein `vertretbarer Frieden´, nicht der Krieg“, so Dr. Lars Pohlmeier, Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion. „Die Toten können wir nicht mehr lebendig und die Narben des Krieges nicht ungeschehen machen. Statt weiter die öffentliche Debatte allein auf Waffenlieferungen zu verengen, die am Ende die politischen Probleme nicht lösen können und die Ukrainer*innen nicht retten, müssen jetzt Wege für eine diplomatische Kehrtwende gesucht werden. Solidarität mit der Ukraine bedeutet nicht, immer mehr Waffen zu liefern, sondern vor allem, alles daran zu setzen, das Morden zu unterbrechen“, so Lars Pohlmeier abschließend.

Die deutsche IPPNW-Sektion fordert von den beteiligten Atommächten, Vereinbarungen für den Verzicht auf den Erst-Einsatz von Atomwaffen zu erklären und sowohl bilateral zwischen Russland und den USA sowie multilateral alle bestehenden diplomatischen Gesprächsebenen auszubauen, statt geplante Verhandlungen um die Zukunft strategischer Atomwaffen-Gespräche abzusagen.


IPPNW-Hintergrundpapier "Waffenstillstand und Frieden für die Ukraine": https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Waffenstillstand_und_Frieden_Ukrainekonflikt_3.Auflage_Nov_2022.pdf


Kontakt:
Lara-Marie Krauße, IPPNW-Pressesprecherin, Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: krausse[at]ippnw.de


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Ansprechpartner*innen

Angelika Wilmen

Angelika Wilmen
Referentin für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 - 13
Email: wilmen[at]ippnw.de


Dr. Jens-Peter Steffen

Kontakt zur Kooperation für den Frieden
Email: steffen[at]ippnw.de

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