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IPPNW-Pressemitteilung vom 16. Juni 2019

Kein erneuter Krieg im Nahen Osten

Vorwürfe gegen den Iran

16.06.2019 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Bundesregierung auf, sich dringend gemeinsam mit den anderen EU-Staaten für eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran einzusetzen. Die Bundesregierung muss zudem einer deutschen Beteiligung an einer Militärintervention gegen den Iran eine unmissverständliche Absage erteilen. Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen, die US-Sanktionen sowie die massive US-Militärpräsenz am Persischen Golf erhöhen die Gefahr einer militärischen Konfrontation.

Die Sorge vor einer kriegerischen Eskalation steigt zudem durch die Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormuz letzte Woche. Susanne Grabenhorst, Co-Vorsitzende der deutschen IPPNW, sagte dazu am Wochenende: „Angesichts der Erfahrungen aus vergangenen Kriegen, unter anderem dem Irakkrieg, müssen die von den USA und Großbritannien erhobenen Anschuldigungen gegen den Iran durch die Vereinten Nationen unabhängig überprüft werden. Wer auch immer für die Angriffe verantwortlich war – ein erneuter Krieg im Nahen Osten kann nicht die Antwort sein.“

Ein Militärschlag gegen den Iran hätte katastrophale Folgen für die iranische Zivilbevölkerung. Die Nachbarländer, allen voran Saudi Arabien, könnten rasch in einen solchen Krieg hineingezogen werden, wie auch die ohnehin kriegsversehrten Länder Jemen, Syrien, Irak, in denen schiitische und sunnitische Bevölkerungsgruppen leben. Nicht zuletzt bestünde die Gefahr, dass auch andere Atomwaffenstaaten wie Russland, Israel, Großbritannien oder Frankreich in einen solchen Krieg involviert wären.

„Statt Drohungen und militärischer Eskalation sind dringend Dialog und Diplomatie notwendig. Die USA und der Iran müssen an den Verhandlungstisch zurückkehren,“ so IPPNW Co-Vorsitzender Dr. Alex Rosen. „Deutschland sollte sich im UN-Sicherheitsrat zudem für die Einberufung einer umfassenden Konferenz zur Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten (KSZMNO) unter Einbeziehung aller Staaten der Region einsetzen, angelehnt an den KSZE-Prozess in Europa.“

Die IPPNW Deutschland ruft in einer Social-Media-Aktion "Kein Krieg gegen Iran!" dazu auf unter dem Hashtag #PeaceWithIran ein Zeichen für den Frieden zu setzen! Weitere Informationen unter www.ippnw.eu/en/peace4iran.html und auf der Facebookseite www.facebook.com/Peace4Iran

Das Netzwerk Friedenskooperative hat den Appell „Kein Krieg gegen Iran - Verhandeln statt eskalieren!“ initiiert mit bereits knapp 10.000 Unterzeichnern. www.friedenskooperative.de/kein-krieg-gegen-iran

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Mobil: 0162 – 205 79 43, Email: wilmen@ippnw.de

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Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen[at]ippnw.de

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