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IPPNW-Pressemitteilung vom 25.03.2020

Ärzteorganisation unterstützt Forderung nach einem sofortigen weltweiten Waffenstillstand

Der UNO-Generalsekretär hat Recht

25.03.2020 Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW unterstützt die Forderung von UN-Generalsekretär António Guterres nach einem "sofortigen weltweiten Waffenstillstand" angesichts der SARS-CoV-2-Pandemie. Zivilist*innen in Konfliktgebieten müssten vor den verheerenden Auswirkungen der Pandemie geschützt werden, hatte Guterres bei einer Rede im UNO-Hauptquartier am Montag in New York gesagt.

„Das Virus führt uns sowohl die gegenseitigen globalen Abhängigkeiten und als auch die Unverantwortlichkeit militärischer Auseinandersetzungen drastisch vor Augen. Die lang anhaltenden Kriege und Konflikte zum Beispiel in Jemen, Libyen, Syrien oder Afghanistan haben dortige Gesundheitssysteme massiv geschwächt und Millionen Menschen besonders verwundbar gemacht für die jetzige Pandemie“, erklärt Susanne Grabenhorst, Vorsitzende der IPPNW.

Auch die Wirtschaftssanktionen durch Europa/USA trugen dazu bei. Erneut fordert die IPPNW daher die Aufhebung der Sanktionen. Eine Forderung, die die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet, gestern ebenfalls erhoben hat, um den Zusammenbruch von Gesundheitssystemen zu verhindern.

Neben den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens zeigen sich nun auch steigende Infektionszahlen in verschiedenen afrikanischen Ländern. Die IPPNW fordert großzügige finanzielle Hilfen und internationale Solidarität, um Staaten mit schwachen Gesundheitssystemen zu unterstützen. Weltweit werden laut Schätzungen der WHO bis 2030 in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen ca. 18 Millionen Gesundheitsmitarbeiter*innen fehlen. Bisher zugesagte Hilfen dürfen nicht aufgrund der Krise zurückgenommen werden.

Die Ärzteorganisation begrüßt die solidarische Behandlung infizierter Patient*innen aus anderen europäischen Ländern in deutschen Krankenhäusern. Viele Staaten schicken derzeit medizinische Materialien und Expertise über Konfliktlinien hinweg. Diese Form internationaler Solidarität und Verantwortung muss die Pandemie überdauern.

Darüber hinaus fordern wir, dass militärische Ressourcen im Sinne einer „Rüstungskonversion“ für zivile Zwecke, für den Dienst an Gesundheit und friedvollem Leben umgelenkt werden. Die Pandemie darf nicht genutzt werden, um im Windschatten der Krise die Militarisierung voran zu treiben. Scharf kritisiert die Ärzteorganisation, dass NATO-Generalsekretär Stoltenberg trotz Corona-Pandemie am 2%-Ziel festhalten will. „Dieses Geld wird jetzt dringend für den Gesundheitssektor benötigt, der durch die Ökonomisierung und Profitorientierung in den letzten Jahren auch in Deutschland stark gelitten hat“, so Susanne Grabenhorst.

Kontakt:
Angelika Wilmen, Pressesprecherin IPPNW, Mobil 0162-20579-15, E-Mail: wilmen@ippnw.de


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Ansprechpartner


Dr. Jens-Peter Steffen

Referent für Friedenspolitik
Tel. 030 / 698074 -13
Email: steffen@ippnw.de

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